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KfW ermittelt gutes Finanzierungsklima für Unternehmen

| Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Der Anteil der Unternehmen, die über Schwierigkeiten beim Kreditzugang berichten, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Vor allem kleine Betriebe haben in Finanzierungsfragen aber nach wie vor große Schwierigkeiten.

(Bild: KFW)

Die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland ist weiterhin außerordentlich positiv. Die Unternehmen verfügen über eine hohe Innenfinanzierungskraft, sie treffen auf ein niedriges Zinsniveau bei Krediten und auf gelockerte Kreditrichtlinien der deutschen Banken. In der jüngsten Unternehmensbefragung, die die KfW jährlich gemeinsam mit Verbänden der deutschen Wirtschaft durchführt, berichteten 8,9 Prozent der Betriebe von Schwierigkeiten beim Kreditzugang. Seit 2012 ist dieser Wert um rund ein Drittel gesunken. Dieser Gruppe stehen 60,6 Prozent der Unternehmen gegenüber, denen der Kreditzugang leicht fällt.

Die Ratingnoten der Unternehmen haben sich erneut auf breiter Front verbessert. 34,5 Prozent der Unternehmen melden eine Verbesserung ihrer Einstufung, gegenüber 8,1 Prozent, deren Ratingnote sich verschlechtert hat. Allerdings sind kleine Unternehmen weiterhin deutlich häufiger von Schwierigkeiten in der Kreditaufnahme betroffen als große Unternehmen. Immerhin 19,4 Prozent der kleinen Unternehmen (bis eine Million Euro Jahresumsatz) bezeichnen ihren Kreditzugang als schwierig. Da kleine Firmen strukturell bedingt meist über schlechtere Bonitäten verfügen und Probleme haben, ausreichend Sicherheiten zu stellen, werden ihre Kreditanträge häufiger abgelehnt oder sie erhalten schlechtere Konditionen als große Unternehmen.

Überdurchschnittlich gut ist dabei die Situation im Handel (über alle Wirtschaftsbereiche hinweg): Hier gaben 65,4 Prozent der Betriebe an, das Finanzierungsklima habe sich verbessert, für 8,3 Prozent hat es sich verschlechtert. Entsprechend haben sich auch im Handel die Ratingnoten leicht überdurchschnittlich oft verbessert (bei 35,4 %) und eher selten verschlechtert (bei 5,1 %).

53,9 Prozent der Unternehmen haben im letzten Jahr Kreditverhandlungen geführt. Allerdings hat sich dieser Anteil in den zurückliegenden Jahren verringert. Dies liegt vor allem an der derzeit hohen Innenfinanzierungskraft der Unternehmen. Der Anteil derer, die von gescheiterten Kreditverhandlungen berichten, bewegt sich je nach Laufzeit des Kredits zwischen 9,7 und 6,9 Prozent.

Bankkredite bleiben wichtige Finanzierungsquelle

Entgegen des Trends zur Digitalisierung und zur Schließung von Filialen erwarten Unternehmen von ihren Banken vor allem persönliche Ansprechpartner und deren Kontinuität (86,2 beziehungsweise 76,3 %). Allerdings ist der Anteil der Unternehmen, die Online-Informationen zu Produkten und Dienstleistungen sowie eine einfache Online-Abwicklung von Bankgeschäften erwarten, seit dem Jahr 2013 deutlich gestiegen.

Dr. Volker Zimmermann, Experte für Unternehmensfinanzierung bei KfW Research, erläutert: „Die gedämpfte konjunkturelle Entwicklung hat sich bislang nicht auf das Finanzierungsklima ausgewirkt. Sollte sich die Konjunktur aufgrund der geopolitischen Risiken jedoch weiter eintrüben, dürfte sich dies negativ auf die Entwicklung der Ratingnoten und in der Folge auch auf den Kreditzugang auswirken.“

Die KfW hat die Befragung zum 18. Mal unter Unternehmen aller Größenklassen, Wirtschaftszweige, Rechtsformen und Regionen durchgeführt. An der Erhebung nahmen knapp 1.300 Unternehmen teil. Sie erfolgte im Zeitraum zwischen Mitte Dezember 2018 und Ende März 2019. Die Unternehmensbefragung 2019 unter der Überschrift „Finanzierungsklima trotzt der konjunkturellen Entwicklung“ steht hier zum Download zur Verfügung.

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