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Kfz-Bayern: Kaufprämie auch für junge Gebrauchte

Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Die Forderung nach Kaufprämien zur Stützung der Autobranche dürfe nicht nur auf Neuwagen ausgerichtet sein, sondern müsse junge Gebrauchtwagen einbeziehen. Sonst blieben viele Händler auf der Strecke, fürchtet Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Landesverbands Bayern.

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Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern, hat sich in einem Brief an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder gewendet.
Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern, hat sich in einem Brief an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder gewendet.
(Bild: Kfz-Gewerbe Bayern)

Die zur Abfederung der Coronakrise diskutierten Prämien für den Autokauf dürfen nicht das Kapital der mittelständischen bayerischen Kraftfahrzeugbetriebe vernichten. Das fordert Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes, in einem Brief an Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder.

Sonst dürften sich zahlreiche, durch die Coronakrise bereits existenziell bedrohte bayerische Kfz-Innungsbetriebe nicht am Markt halten können. Der aktuelle Kfz-Markt sei ohnehin schon durch ein sehr hohes Maß an Preisreduzierungen gekennzeichnet. „Kunden haben dadurch derzeit die Möglichkeit, sich zu sehr ansprechenden Konditionen ein Auto zu kaufen – die Margen für unsere Kfz-Innungsbetriebe sind dadurch bereits extrem gering“, erklärte Vetterl.

Ein Prämienprogramm würde daher in mehrerlei Hinsicht Gefahren für den Mittelstand mit sich bringen. „Junge, technisch hochmoderne und vor allem auch umweltfreundliche Gebrauchtwagen würden durch ein starkes Neuwagen-Anreizprogramm geradezu unverkäuflich werden. Solche Gebrauchtwagen stehen aber zu Zehntausenden bei den Händlern des bayerischen Kfz-Gewerbes. Diese Fahrzeuge würden auf einen Schlag entwertet, und unsere oftmals familiengeführten Betriebe würden in drastischem Maße von ihnen eingesetztes Kapital verlieren“, erläuterte Vetterl.

Sollte es darüber hinaus sogar eine „Innovationsprämie“ geben, bei der lediglich Elektro- und Hybridfahrzeuge gefördert würden, sei dies zwar ein Konjunkturprogramm für die Autohersteller. Für das Kfz-Gewerbe vor Ort würde aber auch eine solche Prämie zu Kapitalverlust führen, da sie die bereits vorfinanzierten modernen und schadstoffarmen Benziner- und Dieselfahrzeuge der Hersteller wohl nur noch mit weiteren Rabatten absetzen könnten.

„Eine Kaufprämie müsste daher auch auf junge und umweltfreundliche Gebrauchtwagen bis 24 bzw. 36 Monate ausgedehnt werden. Ferner dürfte es keine Beschränkung bei der Antriebsart geben, da sich sonst in einzelnen Segmenten eine enorme Schieflage im Bestand ergeben könnte“, sagte Vetterl. Auch deshalb müsse zunächst der normale Verkauf erst wieder anlaufen, bevor es ein Prämienprogramm geben könne.

Gleichzeitig ist laut Vetterl eine neue Diskussion über weiterhin schwelende Forderungen nach Fahrverboten zur Luftreinhaltung nötig. „Gerade die aktuelle Coronakrise mit der deutlich zurückgegangenen Mobilität zeigt, dass der oft bemühte Zusammenhang ,Diesel- und Benzinerfahrzeuge sorgen für schlechte Luft‘ so nicht gehalten werden kann“, erklärte er. Ersten Auswertungen zufolge sei beispielsweise die Stickoxidbelastung an relevanten Messpunkten entgegen entsprechender Erwartungen aktuell nicht zurückgegangen. „Dass die Deutsche Umwelthilfe vor diesem Hintergrund weiter Fahrverbote fordert, ist schlicht absurd“, meinte Vetterl.

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