»kfz-betrieb« Auto-Check: Infiniti Q30

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Andreas Wehner

Wenn man das erste Mal im Infiniti Q30 Platz nimmt, glaubt man, in einem deutschen Premiumfabrikat mit Stern zu sitzen. Das überrascht für den Moment, schadet aber keineswegs.

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Nicht nur wegen seiner Designsprache ist der Infiniti Q30 im Kompaktangebot der sogenannten Premiumhersteller eine echte Alternative.
Nicht nur wegen seiner Designsprache ist der Infiniti Q30 im Kompaktangebot der sogenannten Premiumhersteller eine echte Alternative.
(Foto: Michel / »kfz-betrieb«)

„Mit der Erweiterungen unserer Modellpalette erweitern wir auch unsere Kundenbasis“, sagte Infiniti-Chef Roland Krüger anlässlich der Präsentation des Q30 auf der IAA im vergangenen Jahr. Ein Teil dieser neuen Kunden könnte durchaus von den klassischen Premiumanbietern, allen voran von Mercedes-Benz kommen. Denn entstanden ist der Q30 im Rahmen der Kooperation von Renault-Nissan mit Daimler. Das Modell nutzt Technologien aus der aktuellen Mercedes-Benz A-Klasse.

Dass der Wagen auch in Sachen Qualität mit Audi, BMW, Mercedes und Co. mithalten kann, hat er im NCAP-Crashtest bewiesen. Hier gab es in der Kategorie kleine Familienautos nicht nur fünf von fünf Sternen, sondern auch gleich noch den Klassensieg. Damit zählt der Q30 zu den sichersten Autos des Jahres 2015.

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Produziert wird die Q30-Baureihe übrigens im englischen Sunderland. Damit ist der Q30 auch das erste Fahrzeug der japanischen Marke, das in Europa vom Band läuft.

Schöne Designsprache, wertige Ausstattung

Unser Q30-Testwagen war mit einem 2,2-Liter-Dieselmotor und Allradantrieb ausgestattet. Mit 125 kW/170 PS ist der Kompakte ausgesprochen flott unterwegs. Sein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe lässt sich bei Bedarf auch über die Wippen am Lenkrad schalten. Das alles bieten so oder so ähnlich viele andere Autos auch. Jedoch fehlt es den meisten Kompakten an einem so ansprechenden Blechkleid.

Der Innenraum lässt den Testfahrer ebenfalls mit der Zunge schnalzen. Ja, zugegeben – nachdem ich das erste Mal auf dem Fahrersitz Platz genommen hatte, wollte ich beinahe wieder aussteigen. Nicht weil das Auto mir missfallen hätte, sondern um nachzusehen, ob ich tatsächlich im Q30 oder nicht doch in einer A-Klasse sitze.

Ob elektrische Sitzverstellung oder Multifunktionsschalter am Lenkrad, ob Klimaautomatik oder Displayanzeigen, ob Tempomat oder Lichtschalter – ja sogar beim Autoschlüssel wird die Kooperation mit Daimler sichtbar. Jedoch stört das nicht im Geringsten, und man vergisst den Stern ganz schnell, sobald man mit dem Q30 auf der Straße ist.

Sieht man die A-Klasse mittlerweile an jeder Ecke, ist man mit dem Kompakten von Infiniti sehr viel individueller unterwegs. Dieses Auto nehmen selbst Menschen wahr, die sich ansonsten eher weniger für neue Autos interessieren. Jedoch wissen die wenigsten von ihnen welcher Marke sie es zuordnen sollen.

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 Wolfgang Michel

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Chefredakteur »kfz-betrieb«