Suchen

»kfz-betrieb« Auto-Check: Kia E-Soul – elektrischer Korea-Kasten

Autor: Jakob Schreiner

Wer auf der Suche nach einem alltagstauglichen, aber nicht alltäglichem Stromer ist, wird bei Kia fündig. Der kantige E-Soul fällt optisch aus der Norm, liegt bezüglich der Fahrleistungen aber voll darin. Günstig ist das allerdings nicht.

Firmen zum Thema

(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Wer anders als der Rest unterwegs sein will, für den ist der Kia E-Soul auf alle Fälle eine Überlegung wert. Durch die Kastenoptik, die an die japanischen Kei-Cars erinnert, wird der Wunsch nach Individualität mehr als befriedigt. Das Design entspricht zwar den Kleinstwagen aus dem Land der aufgehenden Sonne. Mit den Maßen gehört der Soul allerdings eher zu einem ausgewachsenen Vertreter der Kompaktklasse oder Vans à la Golf Sportsvan.

In dem 4,20 Meter langen, 1,80 Meter breiten und 1,60 Meter hohen Koreaner finden entspannt vier erwachsene Personen Platz. Auch die Hinterbänkler haben genügend Beinfreiheit. Die Kopffreiheit ist dank Kastenform ohnehin mehr als üppig, und die optionale Bestuhlung aus Leder ist auch auf längeren Strecken komfortabel. Wenn man im Soul allerdings zu viert unterwegs ist, sollte das Gepäck nicht allzu üppig ausfallen. Denn in den Kofferraum passen nur 315 Liter. Ins Heck des etwa gleich großen Sportsvan passt mit 590 Litern fast das Doppelte hinein.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Die Rücksitzbank lässt sich im Verhältnis zwei zu eins umklappen und erweitert das Ladevolumen auf knapp 1.400 Liter. Unter der Rücksitzbank befindet sich übrigens auch der 64-kWh-Akku, mit dem der Soul mehr als alltagstaugliche 450 Kilometer weit kommen soll. Die Reichweite wird dem Fahrer im Tacho angezeigt; weitere Informationen über Ladestand und den Weg zur nächsten Ladesäule kann er im 10,25 Zoll großen Touchscreen in der Mittelkonsole ablesen.

Die Bedienung des Infotainmentsystems lässt an sich keine Fragen offen und ist intuitiv, die grafische Darstellung der Navi-Karte wirkt aber etwas überholt. Markentypisch gibt die Verarbeitung im Inneren kaum Anlass zur Kritik. Lediglich die mit Klavierlack überzogenen Flächen – die aus Sicht des Autors unverständlicherweise in fast allen Fabrikaten Einzug gefunden haben – sind schnell verkratzt, mit Fingerabdrücken übersät und staubig. Ist der Akku mal leer, hängt der Soul dann zwischen 31 und einer Stunde an der Säule – je nachdem, wie viel Strom die Quelle abgeben kann. An einem gängigen 22-kW-Anschluss sind es etwa neuneinhalb Stunden, bis die Anzeige wieder 100 Prozent anzeigt.

Dann kann man mit den 150 kW/204 PS und den starken 395 Newtonmetern des Elektromotors wieder in fast jeder Fahrsituation die Vorderreifen zum Durchdrehen bringen. Mit etwas mehr Gefühl im Gasfuß schafft man dann auch den Sprint von 0 auf 100 in unter acht Sekunden, bei maximal 167 km/h ist Schluss. Insgesamt lädt der Soul aber eher zum gelassenen Gleiten und vorausschauenden Fahren ein. Das liegt unter anderem an der automatischen Rekuperation, die sich stufenweise einstellen lässt.

Wer also ein absolut alltagstaugliches, aber nicht alltägliches E-Mobil sucht, wird hier fündig. Preislich startet der E-Soul bei 33.990 Euro, hat dann allerdings einen deutlich kleineren Akku an Bord und folglich auch weniger Reichweite. Die von uns getestete 64-kWh-Variante startet bei 37.790 Euro. Der Wagen trat dazu in der Ausstattungsvariante „Spirit“ und einigen Extras zum Test an, was den Gesamtpreis auf insgesamt 44.670 Euro ansteigen ließ. Wahrlich kein Schnäppchen mehr.

(ID:46391970)

Über den Autor

 Jakob Schreiner

Jakob Schreiner

Redakteur Ressort Service & Technik