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»kfz-betrieb«-Auto-Check Kia Rio: Koreanisch, praktisch, gut

| Autor: Jakob Schreiner

Mit dem aktuellen Rio haben sich die Koreaner im B-Segment in vielen Punkten verbessert. Der Kleinwagen überzeugt mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis sowie angemessenen Fahrleistungen und muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken.

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Allerhand Extras sind in den 21.240 Euro des Spitzenmodells inklusive.
Allerhand Extras sind in den 21.240 Euro des Spitzenmodells inklusive.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Optisch gefällig, gut ausgestattet, mit einer vernünftigen Fahrperformance und zu einem fairen Preis – so könnte man die aktuelle Modellgeneration des Kia Rio mit wenigen Attributen beschreiben. Der kleine Koreaner trat in seiner vermeintlich sportlichen Ausstattungsvariante „GT-Line“ zum Test in der Redaktion an. Vermeintlich deshalb, da außer einigen optischen Referenzen, die auf eine kleine Rennsemmel hinweisen sollen, der Kleinwagen kreuzbrav daherkommt.

Das liegt zum einen an dem Fahrwerk, das zwar mit sportlicheren Dämpfern ausgestattet ist, aber den Fokus eher auf eine alltagstaugliche Abstimmung legt. Das ist nicht schlimm – sogar sehr komfortabel –, aber halt nicht sportlich. Auch die Fahrleistungen des aufgeladenen Dreizylinders mit gewöhnungsbedürftigem Klangbild zeugen von einer Alltagsausrichtung. Der 998 Kubikzentimeter große Benziner liefert mit seinen 88 kW/120 PS und 174 Newtonmetern aber eine für das 1,2-Tonnen-Auto durchaus angemessene Leistung. In Zusammenarbeit mit dem handgeschalteten Sechsganggetriebe muss man sich auch auf der Autobahn nicht auf der rechten Spur verstecken. Dank Ottopartikelfilter ist die Euro-6d-Temp-Norm kein Problem.

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Optisch gefällt der kleine Koreaner mit seinen Proportionen und Karosseriesicken, dem Kia-typischen „Tiger Nose“-Grill und den schicken 17-Zoll-Felgen. Ob Letztere mit einer 205er-Bereifung allerdings unbedingt auf einem Kleinwagen nötig sind, sei dahingestellt. Mit seiner üppigen Ausstattung kann der Rio dagegen wieder voll punkten: Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, aktiver Spurhalteassistent, sieben Jahre Herstellergarantie, Querverkehrswarner, Spurwechselassistent und Rückfahrkamera, um nur einige Highlights zu nennen, sind in den 21.240 Euro unseres Testwagens inklusive. Für ein ähnlich ausgestattetes Konkurrenzmodell aus Wolfsburg muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Funktionalität top – Haptik ein Flop

Statt purem Hartplastik gibt es beim Polo dafür dann aber auch haptisch angenehmere Softoberflächen am Armaturenbrett und den Türverkleidungen. Wer sich an Ersterem nicht stört, findet im Rio ansonsten ein rundum gelungenes Innenleben. Fahrer und Beifahrer freuen sich über mit Lederimitat bezogene, komfortable und langstreckentaugliche Sitze und ein großzügiges Raumangebot. Dazu gibt es einen aufgeräumten und klar strukturierten Arbeitsplatz. Zentrales Element ist der 7-Zoll-Touchscreen, der sich trotz reichlich Funktionstiefe intuitiv bedienen lässt. Bei der Konnektivität mit dem Smartphone kam es während unseres Tests zu keinerlei Problemen. Klimaanlage und Temperatur lassen sich über haptische Elemente regeln.

Der Kofferraum lässt sich mit zwei Handgriffen von 325 auf 1.103 Liter erweitern. Dank des herausnehmbaren Zwischenbodens, der außerdem die Höhe der Ladeschwelle minimiert, entsteht ein ebenes Gepäckabteil. Und so präsentiert sich der Kia Rio als äußerst souveräner, vergleichsweise günstiger und gut ausgestatteter Alltagsbegleiter, der es, bis auf wenige Ausnahmen, mit der höherpreisigen Konkurrenz aus dem Segment aufnehmen kann.

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

Jakob Schreiner

Redakteur Ressort Service & Technik