»kfz-betrieb« Auto-Check: Mazda 2 und Swift Sport

Eleganter Athlet trifft auf markanten Kraftprotz

| Autor: Ottmar Holz

Beide Fahrzeuge setzen akzentuierte frische Farbtupfer in das langweilige Schwarz-Grau-Weiß deutscher Parkplätze.
Beide Fahrzeuge setzen akzentuierte frische Farbtupfer in das langweilige Schwarz-Grau-Weiß deutscher Parkplätze. (Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Schöne Kleinwagen sind rar, vor allem wenn sie fernöstliche Wurzeln haben. Wer jenseits aufgeblasener Retroprodukte wie Mini oder Fiat 500 anspruchsvolles Design mit sportlichen Akzenten sucht, wird außer dem (mittlerweile eingestellten) Alfa Romeo Mito nur wenig Aufregendes finden.

In diese Marktlücke preschen der Mazda 2 und der neue Suzuki Swift Sport. Beide stechen aus dem öden Schwarz-Weiß-Silbergrau deutscher Parkplätze heraus. Beim Mazda muss der Käufer dafür jedoch stolze 900 Euro in das zur Zeit eleganteste Rot der Kleinwagenklasse investieren. Suzuki dagegen spendiert das „Champion Yellow“ ohne Aufpreis als Basislack.

Vor allem nachts hebt sich das unter Kunstlicht ins Blauviolett changierende Magmarot Metallic des Mazda von der Masse blasser Fahrzeuge ab und unterstreicht die eleganten Formen der Karosserie im Kodo-Design. Der stämmige Sport Swift kommt hingegen betont hemdsärmelig um die Ecke: Im auf Schwarz-Gelb reduzierten Outfit ohne viel Chichi macht er bereits im Stand auf dicke Hose und bringt seine sportlichen Allüren mit dem breiten, aber trotzdem knackigen Heck und kurzen Überhängen zum Ausdruck. Mit seinen schwarz abgesetzten Säulen wirkt das Dach, als ob es über der restlichen Karosserie schweben würde. Das nimmt dem quaderförmigen Design die optische Dominanz. Die C-Säule sorgt mit einer Finne in Wagenfarbe für optische Spannung. Den gleichen Trick verwendete schon Citroën beim Cactus.

Vergleich Apfel mit Birne?

Es mag auf den ersten Blick unfair erscheinen, den eleganten Mazda 2 mit dem Suzuki Sport Swift zu vergleichen – aber eben nur auf den ersten. Als einziges Anzeigeinstrument dominiert beim Mazda 2 – wie bei waschechten Sportwagen üblich – ein zentraler Drehzahlmesser das Armaturenbrett im Sichtbereich des Fahrers. Über die Geschwindigkeit informiert er nur mit einem briefmarkengroßen eingeklinkten Fensterchen. Und die Designer aus Hiroshima setzen noch eins drauf: Weitere Infos gibt es per Head-up-Display.

Auch von der sprichwörtlichen Papierform her nehmen sich beide Fahrzeuge nicht viel. Der Suzuki ist zwar vier Zentimeter breiter, aber einen Zentimeter flacher und 17 Zentimeter kürzer. Gerade mal gut 30 Kilogramm Gewichtsunterschied und ein Zehntelliterchen Sprit im kombinierten WLTP-Verbrauch trennen die beiden (Der Mazda hat die höheren Werte.)

115 PS gegen 140 PS hört sich ebenfalls nicht so dramatisch an, doch in der Praxis liegen Welten zwischen Mazda 2 und Suzuki Sport Swift.

Der Mazda setzt seine äußere Kompaktheit konsequent in innere Enge um. Schon das Einsteigen fällt nicht jedem leicht: Gerade mal 45 Zentimeter Distanz lagen zwischen B-Säule und Lenkradkranz in der für den Autor dieser Zeilen optimalen Lenkradeinstellung. In der optimalen Sitzposition stößt die Schulter an der im Vergleich zur Sitzebene weit vorne liegenden B-Säule an. Im Kapitel Geräumigkeit haben Suzukis Ingenieure ihre Hausaufgaben deutlich besser erledigt. Schon das Einsteigen gelingt durch satte vier Zentimeter mehr Platz fürs Gesäß zwischen Lenkrad und B-Säule geradezu spielerisch leicht, trotz der deutlich ausgeformten Sportsitze. Und auch die Schulter freut sich über den handbreiten Abstand zu Fenster und B-Säule – nicht nur im Falle eines Seitenaufpralls.

Und wie sieht es bei den Fondpassagieren aus? Hier punktet der Swift ebenfalls mit einem deutlich komfortableren Einstieg und der größeren Kopffreiheit dank des nahezu waagerechten Dachs – selbst bei groß gewachsenen Passagieren. Gleichklang herrscht im Kofferraum: Beide Fahrzeugbesitzer müssen ihre Einkäufe über eine 25 Zentimeter hohe Kante wuchten, einen ebenen Ladeboden bei umgeklappter Rückbank sucht man vergebens. Mit seiner geraden und etwas breiteren Ladekante sichert sich aber hier wieder der Suzuki den Sieg.

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