»kfz-betrieb« Auto-Check: Mazda MX-5

Autor: Andreas Wehner

Platz bietet er wenig, Spaß dagegen umso mehr. Leichtbau, ein niedriger Schwerpunkt, eine knackige Schaltung und eine präzise Lenkung machen aus dem Mazda MX-5 eine beeindruckende Fahrmaschine.

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Die 160 PS des Mazda MX-5 kommen mit dem Fliegengewicht spielend zurecht.
Die 160 PS des Mazda MX-5 kommen mit dem Fliegengewicht spielend zurecht.
(Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)

Kann man so ein Auto noch alltagstauglich nennen? Wer größer als 1,80 Meter ist, beult bei geschlossenem Verdeck schon mal das dünne Stoffdach aus. Rückenprobleme sollte man auch nicht haben, wenn man sich regelmäßig aus den gefühlt direkt auf dem Boden befindlichen Sportsitzen schälen muss. Der Kofferraum fasst gerade einmal 130 Liter. Immerhin passt eine Bier- oder Wasserkiste hinein – dann ist aber auch Schluss. Und selbst auf das Handschuhfach haben die Entwickler in der aktuellen Generation verzichtet.

Und doch: Der Mazda MX-5 ist ein Auto für Familienväter. Nämlich immer dann, wenn sie die Familie auch mal zu Hause lassen, sich den Wind um die Nase wehen und einfach fahren wollen. Denn das kann der Mazda MX-5 richtig gut.

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Der Roadster war schon immer eine Fahrmaschine. Doch die aktuelle Generation toppt in dieser Hinsicht alles. Der neue MX-5 ist kompakter als der Vorgänger, der Schwerpunkt liegt tiefer, die Schaltung ist noch knackiger. Und: Die Entwickler haben das Gewicht um rund zehn Prozent reduziert. Mit den etwa 1.000 Kilogramm Leergewicht kommen die 160-Sauger-PS des Testwagens spielend zurecht. Sicherlich: Mit dieser Leistung schafft auch das Fliegengewicht keine sportlichen Höchstleistungen, aber eine flotte Kurvenjagd geht ohne Weiteres und macht sogar richtig Spaß.

Der Motor springt per Startknopf an, klingt kernig und dreht willig hoch, die Gangwechsel erfolgen fast wie von selbst, die Lenkung könnte direkter nicht sein. Und das ESP lässt das Heck auch gern erst mal ein Stück zur Seite rutschen, bevor es eingreift. Ein Adrenalinschub ist da garantiert.

Lange Autobahnfahrten machen im Mazda MX-5 dagegen weniger Spaß. Das kaum isolierte Verdeck sorgt in Kombination mit dem doch recht lauten Triebwerk für einen hohen Geräuschpegel im Innenraum. Jenseits der 120 km/h nervt der Roadster dann doch ziemlich schnell.

Erneut verbesserter Verdeckmechanismus

Auffällig ist: Den Verdeckmechanismus hat Mazda erneut verbessert. Das Stoffdach wird wie bisher mit einem Handgriff geöffnet, mit einem zweiten nach hinten geworfen und mit einem dritten fixiert. Fertig. Das dürfte keine drei Sekunden dauern – so schnell schafft das kein Elektromotor. Um das Verdeck wieder zu schließen, musste man sich in den Vorgängergenerationen immer ein wenig verrenken und einige Kraft aufwenden, damit man das Dach wieder nach oben wuchten konnte – oder am besten gleich aussteigen. Im neuen MX-5 gleitet das Verdeck dank eines Federmechanismusses fast wie von selbst wieder gen Frontscheibe, sodass das Schließen genauso schnell geht wie das Öffnen.

Der Innenraum ist übersichtlich und aufgeräumt gestaltet. Es gibt nur wenige Schalter. Die meisten Funktionen bedient man über den Touchscreen oder ein Drehrad in der Mittelkonsole, das allerdings etwas ungünstig platziert ist. Für wichtige Funktionen gibt es zudem Lenkradtasten, die allerdings eher für filigrane Finger gedacht sind. Wer größere Hände hat, erwischt auch gern mal den falschen Knopf.

All die kleinen und größeren Nachteile, die der MX-5 hat, dürften aber für die wenigsten Käufer eine Rolle spielen. Das Auto ist zum Fahren da – alles andere ist Nebensache.

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Redakteur Newsdesk Automotive