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»kfz-betrieb« Auto-Check: Mercedes-Benz E 220d All-Terrain

| Autor: Wolfgang Michel

Im Frühjahr 2017 kam die E-Klasse als All-Terrain-Variante zu den Mercedes-Benz-Händlern. Somit steht dem Kombi jetzt die erste Wintersaison bevor – hoffentlich mit viel Schnee.

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Der Mercedes-Benz E 220d All Terrain feierte seine Markteinführung im März 2017. Damit fährt das Auto jetzt in seine erste Wintersaison.
Der Mercedes-Benz E 220d All Terrain feierte seine Markteinführung im März 2017. Damit fährt das Auto jetzt in seine erste Wintersaison.
(Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

„So vielseitig wie der All-Terrain war noch keine E-Klasse. Denn der Neue kombiniert eine markante Optik im SUV-Stil mit dem intelligenten Raumkonzept des T-Modells. Hinzu kommen die Sicherheitsinnovationen der E-Klasse.“ Mit diesen Worten stellte Daimler-Vorstandsmitglied Ola Källenius das All-Terrain-Modell im September 2016 vor. Rund ein halbes Jahrs später feierte das Fahrzeug in der Version E 220d 4 Matic seine Premiere bei den Mercedes-Benz-Händlern. Somit steht jetzt die erste Wintersaison für das Auto und seine Fahrer an.

Uns stellte der Hersteller einen schneeweißen Testwagen zu Verfügung. Farblich fällt man damit zwar weder im Herbst noch im Winter auf, aber die Auffälligkeiten findet man bei diesem Auto schließlich an anderer Stelle. Es sind viele kleine, aber vor allem wenige große Details, mit denen sich das All-Terrain-Modell vom klassischen T-Modell unterscheidet. Zum einen ist da der Zweilamellen-Grill mit dem mittigen Stern. Auch wenn der Hersteller sagt, dass diese spezielle Optik den SUV-Modellen vorbehalten sei, bemerken diesen feinen Unterschied nur echte Kenner der Marke.

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Wesentlich mehr fallen da schon die beiden schwarzen Stoßfänger mit ihrem jeweils angedeuteten Unterfahrschutz sowie den verchromten Designelementen auf. Die schwarzen Anbauteile wirken bei einem weiß lackierten All-Terrain natürlich besonders auffällig. Zumindest sind die schwarzen Radlauf-Verbreiterungen nicht zu übersehen. Auch der Innenraum trägt eine dezente eigene Handschrift. Dort tritt der Fahrer unter anderem auf Edelstahl-Sportpedale mit Gumminoppen und wird von Fußmatten mit All-Terrain-Schriftzug begrüßt.

Mag sein, dass das schwarz-weiße Design unseres Testwagens nicht jedermanns Geschmack ist. Jedoch geht es beim All -Terrain nicht um Farbenspiele, sondern um Fahrgebiete. Ob privater Skiurlaub oder berufliche Fahrt zur Baustelle, ob Ferienhaus in den Bergen oder Villa am See, ob Segelsportler oder Pferdeliebhaber – mit seiner großen Bodenfreiheit wird das T-Modell in der Variante All-Terrain zur echten SUV-Alternative.

Und wem das Auto in Schwarz-Weiß nicht gefällt, der kann deutlich mehr Farbe ins Spiel bringen. Derzeit bietet der Hersteller zwölf Lacke an. Ohne auf Aufpreis gibt es den Wagen in Schwarz oder Polarweiß. Für die zehn weiteren Farben wird ein Mehrpreis von 1.035 bis 3.332 Euro fällig. Farbe ist eben nicht nur reine Geschmackssache, sondern auch eine Preisfrage.

Für das Mehr an Geld gibt es ein Mehr an Ausstattung

Apropos Preisfrage: Für den All-Terrain E 220d 4 Matic (143 kW/194 PS) inklusive Neungang-Automatikgetriebe ruft Mercedes-Benz aktuell einen Grundpreis von 58.102 Euro auf. Damit kostet der Wagen auf den ersten Blick 4.641 Euro mehr als das allradgetriebene T-Modell-Pendant mit gleicher Motorisierung und Getriebeausstattung. Jedoch muss man für die Luftfederung namens Air Body Control beim vergleichbaren T-Modell 1.785 Euro Aufpreis zahlen. Zudem basiert die Ausstattung des All-Terrain-Modells auf der Interieur-Line Avantgarde. Für diese verlangt der Hersteller beim regulären T-Modell 1.368 Euro zusätzlich. In der Addition kommt man somit auf 3.153 Euro.

Im Vergleich zum vergleichbaren T-Modell mit Allradantrieb ergibt sich für die All-Terrain-Variante noch ein Mehrpreis von 1.488 Euro. Dafür bekommt man aber auch ein Auto, das nicht an jeder Ecke steht. Zudem fährt der All Terrain auch dort noch, wo das klassische T-Modell besser stehen bleibt. Denn im Vergleich zum regulären T-Modell ist die All-Terrain-Version 29 Millimeter höher. Laut Herstellerangaben sind davon 14 Millimeter auf die größeren Reifen und 15 Millimeter auf das höhere Normalfahrniveau durch die Luftfederung zurückzuführen. Die Bodenfreiheit beträgt minimal 121 und maximal 156 Millimeter.

Fazit: Wer sich vom klassischen allradgetriebenen T-Modell absetzen will, für den ist die All-Terrain-Variante eine echte Alternative. Unter extremeren Fahrbedingungen bezieht sich „absetzen“ nicht nur auf die Optik, sondern auch auf das Vorwärtskommen. Der All-Terrain ist aber nicht nur eine Alternative zum klassischen T-Modell, sondern zudem noch eine elegante Alternative zu manchem SUV. Letzteres gilt nicht nur für Mercedes-Benz-Modelle.

Kunden und Interessenten möchte man zurufen: Es muss nicht immer ein SUV sein, wenn es einen All-Terrain im Angebot gibt. Oder um es mit den Worten des bereits eingangs erwähnten Daimler-Managers Ola Källenius zu sagen: „Der All-Terrain ist ein Multitalent, das vielfältig einsetzbar ist – für Feldweg, Familie und Freizeit.“

Ob der gebürtige Schwede selbst auf das Multitalent zurückgreift, ist nicht bekannt. Der Autor hat es im Testzeitraum sehr gerne getan. Zum ganz großen Glück fehlte lediglich der Schnee. Auf die weiße Pracht dürfen sich in den nächsten Wochen alle All-Terrain-Fahrer freuen. Denn dann kann das Auto zeigen, was es wirklich kann.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«