»kfz-betrieb« Auto-Check: Nissan Pulsar

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Mit dem Pulsar versucht Nissan erneut sein Glück in der umkämpften Kompaktklasse. Seit der Einstellung des erfolglosen Tiida klaffte eine Lücke in der Produktpalette zwischen Note, Juke und Qashqai.

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Das knackige Heck versöhnt mit der eher biederen Front.
Das knackige Heck versöhnt mit der eher biederen Front.
(Foto: Holz)

Eins vorweg: Der Pulsar könnte seinen Weg in die Garage des Autors finden. Warum gerade dieses Auto? Die Testflotte der Redaktion hatte im Lauf des letzten Jahres sportlichere, schönere, glamourösere und auch preisgünstigere Fahrzeuge zu bieten. Auch sparsamere und bequemere? Da kommen wir schon näher an die Entscheidungsgründe heran. Es ist das überzeugende Gesamtpaket, das den Pulsar zum persönlichen Favoriten macht.

Die äußere Linienführung ist dezent, keinesfalls langweilig, Gestaltung und Stil brauchen eben keine zehn ins Blech gebügelte Sensationen pro Quadratmeter Wagenfläche. Nach dem Einsteigen findet der Fahrer schnell eine passende Sitzposition, das Raumgefühl ist großzügig, besonders auf den hinteren Plätzen. Hier punktet der lange Radstand des recht kompakten Autos. Armaturenbrett und Lenkrad präsentieren sich aufgeräumt, alle Bedienelemente inklusive der Fensterheberschalter sind da, wo man sie vermutet. Nur der zentrale Bildschirm könnte etwas höher sitzen.

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Der Pulsar ist absolut ellenbogentauglich. Manni Manta hätte seine Freude an ihm, denn gleich zwei bequeme Plätzchen findet der Ellenbogen des Fahrers: direkt und gut gepolstert am Scheibenrand oder auf der weichen Schalterkonsole. Die opulente Ausformung schränkt allerdings den Durchgriff auf die Sitzverstellung etwas ein. Die Sitzfläche ist ausreichend lang, auch lange Autobahnetappen sind kein Problem für Bandscheibe und Co. Sogar in betont flott gefahrenen Kurven bietet der Sitz genügend Seitenhalt.

Von der Soundanlage gibt es ordentlich Druck auf die Ohren. Der Autor outet sich altersuntypisch als Technofan. Erster Gedanke nach fünf Minuten Fritz Kalkbrenner: Wow! Druckvolle Bässe und saubere Höhen, das Ganze auch in adäquat hohen Lautstärken verzerrungsfrei – da kommt auch manche Oberklasselimousine nicht mit. Der USB-Eingang liegt in einem Staufach in der Mittelarmlehne, große Sticks finden so einen sicheren Platz.

Ein Druck auf den Startknopf lässt den Dieselmotor ohne Gedenksekunde erwachen. Ausgesprochen agil gibt sich der Pulsar im Stadtverkehr. Die präzise, direkt ansprechende Lenkung und der spontan reagierende Motor erlauben sowohl forsches Drängeln als auch defensives Mitschwimmen.

Auch auf Autobahn und Landstraße überzeugt der Nissan. Die wichtigsten Informationen holt sich der Fahrer intuitiv per Lenkradfernbedienung aus dem zentralen Display. Bei zurückhaltender Fahrweise rinnen nur 3,1 Liter Diesel durch die Injektoren. Die Werksangabe ist auch ohne Lkw-Windschattensurfing erreichbar. Bei Bedarf geht es auch mit Tempo 200 über die Bahn. Doch selbst bei forciertem Fahrstil hat der Fahrer gut lachen an der Zapfsäule. Ausgesprochen gut sind auch die Bremsen des Pulsar. Das Pedalgefühl und die Dosierbarkeit sind prima. Nur die Schaltung ist etwas hakelig beim Wechsel in den sechsten Gang.

Neben den klassenüblichen Fahrerassistenzsystemen überzeugt besonders das 360-Grad-Rundumsicht-System. Einparken wird dadurch zum Vergnügen. Den einzigen Patzer erlaubt sich Nissan im Kofferraum des Pulsars: Die umklappbare Sitzbank hinterlässt eine unschöne Stufe.

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