»kfz-betrieb« Auto-Check: Opel Astra – der Letzte seiner Art

Autor: Jakob Schreiner

Optisch hat sich am neuesten Vertreter der Kompaktklasse aus Rüsselsheim wenig verändert. Dafür arbeiten jetzt aber neu entwickelte Aggregate unter der Haube, die das Facelift des Opel Astra zu etwas Besonderem machen.

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Die Rüsselsheimer haben ihrem Vertreter aus der Kompaktklasse Astra ein Facelift verpasst.
Die Rüsselsheimer haben ihrem Vertreter aus der Kompaktklasse Astra ein Facelift verpasst.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Nach rund vier Jahren Bauzeit haben die Rüsselsheimer ihrem Bestseller Astra für das Modelljahr 2020 ein Facelift spendiert. Das allerdings dürfte vielen gar nicht auffallen, denn man muss schon sehr genau hinsehen, um die optischen Retuschen zu entdecken. Bis auf minimale Veränderungen am Kühlergrill und dem vorderen Stoßfänger sowie den neuen LED-Scheinwerfern hat sich an den Äußerlichkeiten des Astra nämlich nichts verändert.

Anders sieht es unter der Haube aus. Dort gibt es eine komplett neu entwickelte Motorenpalette. Dabei haben die Entwickler übrigens nicht ins Regal der neuen Konzernmutter PSA gegriffen, sondern noch selbst Hand angelegt. Der Astra ist also ein „echter“ Opel – der wahrscheinlich Letzte seiner Art. Das aber nur am Rande.

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Unser Testwagen war mit einem Dreizylindermotor mit 1,2 Litern Hubraum ausgestattet. Der Benziner mobilisiert daraus 95 kW/130 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 225 Nm. Der Sprint von 0 auf 100 ist in knapp zehn Sekunden erledigt, bei maximal 215 Stundenkilometern ist Schluss. Die Fahrgeräusche bleiben zu jeder Geschwindigkeit angenehm ruhig.

Insgesamt macht das neue Aggregat einen unaufgeregten Eindruck und beschleunigt den 1,3 Tonnen schweren Kompakten souverän, aber mehr auch nicht. Der Down-Size-Motor wirkt dabei nicht wirklich drehfreudig und man neigt dazu, die Gänge des Sechsgangschaltgetriebes eher zur früh als zu spät einzulegen. Dadurch verleitet der Astra eher zum gelassenen und entspannten Fahren mit niedrigen Touren.

Verbräuche unter sechs Liter sind kein Problem

Das freut natürlich den Verbrauch, den Opel in der Norm mit 5,3 Litern (nach WLTP-Norm) angibt. Lässt man sich auf die zuvor beschriebenen Eigenschaften der Motor-Getriebe-Kombination ein und ist mit ruhigem Gasfuß unterwegs, sind Verbräuche zumindest unter der Sechs-Liter-Marke kein Problem. Auch am Fahrwerk hat der Hersteller Hand angelegt und es neu abgestimmt. Bei gröberen Unebenheiten bleibt es tolerant, in den Kurven fährt der Astra stabil und sehr lange neutral.

Setzt man sich hinter das Steuer, fällt zunächst das mittlere Display mit dem digitalen Tacho auf. Zudem ist das Infotainmentsystem aus dem Insignia in das nicht wirklich moderne Armaturenbrett gewandert. Aber das ist schließlich auch aus dem Jahr 2015. Dafür ist die Verarbeitung makellos geblieben, die Materialqualität ist ebenfalls in Ordnung.

Das waren im Prinzip auch schon die großen Veränderungen am Golf-Konkurrenten, der zu uns in der Ausstattungslinie GS (Basispreis 24.670 Euro) in die Redaktion gerollt ist. Zusätzlich hatte der Astra Extras von fast 9.000 Euro an Bord, die den Anschaffungspreis auf jenseits der 30.000 Euro getrieben haben.

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Redakteur Ressort Service & Technik