»kfz-betrieb« Auto-Check: Opel Grandland X, der Frankogermane

Autor Jan Rosenow

Beim Auto funktioniert die deutsch-französische Zusammenarbeit gut. Der Grandland X ist ein komfortabler SUV auf der Höhe der Zeit. An manchen Stellen ist der Opel sogar besser als sein Peugeot-Bruder.

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Außen Opel, innen (viel) Peugeot: Das ist der Grandland X.
Außen Opel, innen (viel) Peugeot: Das ist der Grandland X.
(Bild: Jan Rosenow)

Die Zusammenarbeit zwischen PSA und Opel begann schon vor der Übernahme der deutschen Traditionsmarke durch den französischen Konzern. Und auch wenn letztere durch einige Misstöne begleitet wurde, muss man den ersten gemeinsam entwickelten Autos ein hohes Maß an Qualität bescheinigen. So wie dem Grandland X.

Der SUV basiert auf dem Peugeot 3008 und ist seit 2017 auf dem Markt. Weder äußerlich noch im Innenraum wird die Verwandtschaft sonderlich deutlich: Der Opel zeigt rundlichere Linien als der sehr kantig geschnittene Franzose; innen fehlen natürlich die Peugeot-typischen hochgesetzten Instrumente und das allein auf dem Touchscreen beruhende Bediensystem. Der Grandland X besitzt vier klassische Zeigerinstrumente, Drehregler für die Klimaanlage und einen berührungsempfindlichen Bildschirm für die Navigations-/Entertainmentanlage, der sich allerdings bei Sonneneinstrahlung nur schwer ablesen lässt.

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Wie bei allen SUVs: Schlechte Übersichtlichkeit nach hinten

In der edlen Ultimate-Ausstattung erfreuen Lederauflagen auf dem Armaturenbrett das Auge. Die Sitze sind Opel-typisch bequem, das Platzangebot in dem knapp 4,50 langen Fünftürer ordentlich, aber nicht generös. Die SUV-typische, bullige Formgebung fordert beim Platzangebot ebenso ihren Tribut wie bei der Rundumsicht. Vor allem beim Blick nach hinten stören die breiten Dachsäulen und das schmale Heckfenster. Der Gepäckraum ist mit 514 Litern hingegen sehr groß.

Antriebsstrang wie in der Luxuslimousine

Der Testwagen besaß den derzeit stärksten lieferbaren Motor, einen zwei Liter großen Turbodiesel, der bereits nach der neuen Abgasnorm Euro 6d-Temp zertifiziert ist. Zusammen mit dem Achtgang-Automatikgetriebe des japanischen Zulieferers Aisin ergibt sich hier ein äußerst souveräner Antriebsstrang, der auch in einer luxuriösen Limousine eine gute Figur abgeben würde. Leise, laufruhig, durchzugsstark und dank SCR-Katalysator sauber – so kann man sich den Diesel gefallen lassen. Nicht zuletzt dank des adaptiven Tempomaten, der den Abstand zum Vordermann automatisch konstant hält, stellt sich schnell ein behaglicher Reisekomfort ein.

Für den familiären Kurzstreckenverkehr allerdings, in dem sicher die meisten Kompakt-SUVs bewegt werden, eignen sich die kleineren Grandland-Motorversionen besser. Der Zweiliter wirkt schwer und setzt sich mit der etwas verzögert agierenden Automatik nicht so dynamisch in Bewegung, wie man es angesichts von 400 Newtonmetern erwarten würde. Seine überlegene Power kann er erst bei höheren Tempi ausspielen.

Mit dem ebenso modernen 1,5-Liter-Diesel mit 96 kW/130 PS steht eine echte Alternative bereit, bei der der Kunde auch noch 2.500 Euro spart. Denn eines ist klar: Mit einem Einstiegspreis von 43.010 Euro für den Zweiliter-Diesel in Ultimate-Ausstattung lässt sich der Opel Grandland X seinen luxuriösen Auftritt auch adäquat bezahlen.

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