»kfz-betrieb« Auto-Check: Renault Tailsman

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Der Talisman könnte Renault in der hart umkämpften Mittelklasse Glück bringen: Die Limousine überzeugt optisch und macht nicht nur auf der Autobahn eine gute Figur.

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Die Nase vorne haben wird der Renault Talisman in der Mittelklasse trotz des gelungenen Fahrzeugkonzepts wohl eher nicht.
Die Nase vorne haben wird der Renault Talisman in der Mittelklasse trotz des gelungenen Fahrzeugkonzepts wohl eher nicht.
(Bild: Rosenow)

In den vergangenen Jahren war die Liaison zwischen Renault und Mittelklasselimousinen nicht gerade von Glück geprägt: Statt in den Verkaufshitlisten tauchte der Laguna in den Pannenstatistiken ganz vorne auf. Einen Talisman kann der französische Hersteller folglich gut gebrauchen. Die Limousine der gehobenen Mittelklasse punktet schon optisch mit ihrer kräftigen Fahrzeugfront und den auffallend langgestreckten Rückleuchten. Eine Wohltat für das Auge ist auch der Innenraum: Die Materialien wirken mit Ausnahme des etwas überbordenden Hartplastiks in der Mittelkonsole hochwertig. Die Anzahl der Schalter hat Renault auf ein Minimum beschränkt.

Die Redaktion hat den Talisman Energy TC2 200 EDC getestet. Er kostet in der mittleren Ausstattungsvariante Intens 33.950 Euro. Als zentrales Bedienelement dient ein 8,7 Zoll großer Touchscreen-Monitor. Dieser ist vertikal in der Mittelkonsole positioniert, wie man es in ähnlicher Form von Volvo und Tesla kennt.

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Ganz selbsterklärend ist dessen Bedienung allerdings nicht. Selbst nach einigen Tagen Übung hat sich nicht zur Gänze erschlossen, wie man am schnellsten von Funktion A zu Funktion B wechseln kann. Dafür kann man über den Touchscreen aber auch schier endlos viel steuern. So kann der Fahrer über das Multisense-System zwischen gleich fünf verschiedenen Fahrmodi wählen – vier davon sind vorprogrammiert, einer ist frei konfigurierbar. Neben dem Ansprechverhalten von Gaspedal und Lenkung, der Geschwindigkeit der Gangwechsel und optional auch der Dämpferhärte lassen sich darüber auch die Farbe und Intensität der Ambientebeleuchtung, die Darstellung der Instrumente und sogar der Motorsound programmieren. Das ebenfalls über die zentrale Bedieneinheit steuerbare Eco-Training erzieht den Fahrer dazu, umweltbewusster zu fahren.

Kraftvoller und leiser Antrieb

Zumindest für die vorderen Insassen ist der Talisman auf Langstecken das perfekte Auto. Die Sitze sind gut geformt, und der Fahrer hat die Wahl zwischen verschiedenen Massagefunktionen. Der getestete Turbobenziner bringt in Kombination mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe maximal 147 kW/200 PS auf die Straße. Er ist kraftvoll und leise, die Gangwechsel sind sanft und ruckfrei.

Auch in puncto aktive Sicherheitsassistenzsysteme hat der Talisman viel zu bieten: In der mittleren Ausstattung sind ein Fernlichtassistent, ein Spurhalte-Warner und eine Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarner serienmäßig mit an Bord. Für 550 Euro Aufpreis gibt es einen Notbremsassistenten und einen Sicherheitsabstandswarner. Der Tote-Winkel-Warner kostet in Kombination mit einer Rückfahrkamera, Parksensoren an den Seiten und einer elektrischen Heckklappe mit Fußsensor noch mal 850 Euro extra.

Für mehr Sicherheit in Kurven sorgt eine optional erhältliche, dynamische Allradlenkung namens „4 Control“. Sie punktet gleich zweifach: Bei hohem Tempo steuern die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die Vorderräder. Bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten, etwa bei Parkmanövern, schlagen die Hinterräder in die entgegengesetzte Richtung zur Vorderachse ein. Das macht den Talisman wendig wie einen Kleinwagen und so auch zum Stadtliebling.

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