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»kfz-betrieb« Auto-Check: Skoda Kodiaq

| Autor / Redakteur: Holger Schweitzer / Dr. Holger Schweitzer

Der Skoda Kodiaq ist ein SUV für die Familie: geräumig, praktisch und komfortabel. Allerdings stehen ihm seine Gene zuweilen etwas im Weg.

Mächtiger Auftritt. 29 Zentimeter ist der Kodiaq länger als sein kleineren Bruder Karoq.
Mächtiger Auftritt. 29 Zentimeter ist der Kodiaq länger als sein kleineren Bruder Karoq.
(Bild: Schweitzer/»kfz-betrieb«)

Familien, die einen Ersatz für ihre Vans suchen, haben es schwer in diesen Zeiten: Die meisten Hersteller ersetzen ihre Fahrzeugmodelle, die für Haushalte mit mehr als die durchschnittlichen 1,57 Kinder taugen, durch trendige SUVs. Da die VW-Tochter Skoda bislang keinen ausgewiesenen Van im Programm hatte, soll der Kodiaq künftig entsprechende Käufer locken.

Die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Familien-SUV-Karriere könnten passen. Ähnlich wie bei den konzernverwandten Modellen VW Tiguan Allspace und Seat Tarracco punktet der Kodiaq durch etwas größere Dimensionen im Vergleich zum Kompaktwagen Karoq. So ist der Kodiaq mit einer Länge von 4,69 Metern stolze 29 Zentimeter länger als der kleine Bruder. Dieses Plus kommt vor allem dem Kofferraumvolumen zugute: 650 Liter. Beim Karoq sind es 521 Liter.

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Ein klassisches FUV

Womit wir wieder beim Thema Familienfahrzeug wären. Dass die Tschechen mit dem Kodiaq klar im Van-Revier räubern wollen, zeigen die zahlreichen Eltern-Kind-Features. So kann, wer anstatt Gepäck lieber mehr Kinder oder die Großeltern mitnehmen möchte, den Kodiaq mit einer dritten Sitzreihe bestellen. Bis zu sieben Personen passen dann in den SUV, wenn auch mit einer gewissen eingeschränkten Beinfreiheit auf den hintersten beiden Plätzen. Aber nicht nur die extra Sitzgelegenheiten machen aus dem Sport Utility Vehicle eher ein Family Utility Vehicle – wenn auch im SUV-Design.

Auch das umfangreiche Simply-Clever-Zubehörangebot der tschechischen VAG-Tochter sorgt für ein Lächeln im Alltag. Vom Gepäcknetz über Taschenhaken und Reisedecken, wie sie in der von uns gefahrenen Modellvariante vorhanden waren, finden Kunden das Richtige für den Shoppingtrip wie für den Urlaub. Ein nettes Feature für Eltern kleinerer Kinder: der Türkantenschutz aus Kunststoff, der sich automatisch beim Öffnen der Türen über die Falze stülpt. Damit sinkt das Risiko, dass bei zu schwungvollem Öffnen der Türen in engen Parklücken Macken und Dellen in benachbarte Autos geschlagen werden. Das schont die Nerven und die Versicherungspolice.

Wie die Maße des Kodiaq andeuten, ist das Platzangebot für Fahrer und Mitfahrer üppig dimensioniert. Selbst hochgewachsene Passagiere können die Köpfe recken und die Beine ausstrecken. Der Fahrersitz ist komfortabel und seine Einbettung ins Cockpit gelungen. Abstriche gibt es wie bei vielen anderen SUV-Modellen in puncto Übersichtlichkeit: Die typisch hochbeinige SUV-Karosserieform und die moderne Designsprache ermöglichen nicht gerade die beste Rundumsicht aus den Fenstern. Elektronische Einparksensorik ergänzt die fehlende direkte Sicht auf das unmittelbare Umfeld.

Bordcomputer und Infotainment sind VAG-typisch umgesetzt. Sie lassen sich weitgehend intuitiv bedienen. Das zweigeteilte Handschuhfach bietet zusätzlichen Stauraum für schnell zugängliche Kleinigkeiten des familiären Alltags. Das untere Fach beherbergt die Multimediaabteilung für SD- und SIM-Karten sowie dem CD-Player.

Gelassen unterwegs

Komfortabel bleibt der 2,0-TSI-Kodiaq auch im Fahrbetrieb. Die 190 PS sorgen für ausreichend Vortrieb und die solide Konstruktion für ein gelassenes, ruhiges Fahrgefühl. Gleiches gilt für das DSG: Es wechselt gut abgestimmt und sauber zwischen den Gängen, egal ob sanftes Cruisen oder Überholen auf der Landstraße angesagt ist.

Ein Wermutstropfen liegt im Verbrauch. Hier zollt der voluminöse SUV seinen Dimensionen Tribut. Immerhin bringt der Kodiaq knapp 1,8 Tonnen auf die Waage. Und damit diese Masse derart zeitgemäß fortbewegt werden kann, fließen doch ein paar Liter Treibstoff durch die Einspritzdüsen. Bei betont sparsamer Fahrweise lag der Verbrauch in unserem Testbetrieb bei rund neun Litern. Das ist zwar sichtlich mehr als der vom Hersteller angegebene kombinierte Verbrauchswert von 6,9 Litern. Verzichtet man auf den Bleifuß, ist der Verbrauch dennoch im akzeptablen Bereich.

Preis und Leistung

Bei den Modellvarianten zeigt sich Skoda flexibel. Familienkundschaft mit eher begrenztem Budget kann den Kodiaq in der Active-Variante ab 28.600 Euro erwerben. Immerhin gehört hier das LED-Tagfahrlicht zur Grundausstattung. LED-Hauptscheinwerfer bringt der von uns gefahrene Kodiaq-Style mit und ist ab 33.600 Euro zu haben. Mit dem 2.0 TSI Motor, DSG-Allradgetriebe liegt er bei 40.580 Euro.

Fast doppelt so teuer wie das Grundmodell ist die RS-Variante. Ab 46.990 Euro gibt es den SUV als Highend-Modell im speziellen RS-Design und mit passenden 20-Zoll Leichtmetallfelgen. Insgesamt bietet Skoda mit dem Kodiaq ein gelungenes Gesamtkonzept für den harten Einsatz im Familienalltag. Wenn auch nicht unbedingt in engen Innenstadtgassen.

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