»kfz-betrieb« Auto-Check: Ssangyong Rexton – riesig günstig

Autor Wolfgang Michel

Rein optisch wäre der neue Rexton ein SUV für die Bodyguards von Donald Trump. Nur muss der US-Präsident nicht sparen. Alle anderen bekommen für ihr erspartes Geld extrem viel Auto – sogar mit einem wichtigen Detail, das unserem Testwagen leider fehlte.

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Der neue Ssangyong Rexton ist bereits die vierte Modellgeneration der Baureihe. Für Importeur und Händler ist es das wichtigste Modell in Deutschland.
Der neue Ssangyong Rexton ist bereits die vierte Modellgeneration der Baureihe. Für Importeur und Händler ist es das wichtigste Modell in Deutschland.
(Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Für die meisten Menschen in Deutschland ist Ssangyong nach wie vor eine unbekannte Automobilmarke. Da schadet es keineswegs, wenn man mit einem SUV wie dem neuen Rexton ein wenig mehr auffällt. Die Neuauflage des Flaggschiffs von Ssangyong kann sich sehr gut sehen und hören lassen.

Im Vergleich zum Vorgänger haben die Koreaner nämlich die Geräuschentwicklung im Innenraum deutlich reduziert. Dazu später mehr. Preislich ist der Rexton in seinem Segment konkurrenzlos günstig geblieben. Das freut nicht nur Gewerbetreibende, Pferdeliebhaber, Jäger und Landwirte, sondern auch die Privatkunden der Marke.

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Im Oktober vergangenen Jahres und damit kurz vor der Markteinführung des neuen Rexton sagte Ssangyong-Deutschland-Chef Ulrich Mehling gegenüber »kfz-betrieb«: „Der jetzige Rexton ist ja bereits unser meistverkauftes Modell, und dementsprechend haben wir auch an das neue Modell große Erwartungen. 1.200 Einheiten sollten es im nächsten Jahr schon werden.“

Die Erwartungen scheinen sich zu bestätigen. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres verbuchte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 180 Rexton-Neuzulassungen. Damit bleibt das Modell das meistverkaufte Auto (40,2 Prozent) der Marke. Für das laufende Jahr rechnet Ssangyong insgesamt über alle Modelle mit 3.100 Neuzulassungen. Das wären dann 100 Autos weniger als im vergangenen Jahr.

Doch zurück zum neuen Rexton. Ssangyong Deutschland stellte uns für Testfahrten einen Rexton in der höchsten Ausstattungslinie „Sapphire“ zu Verfügung. Das Modell war mit Automatikgetriebe sowie zuschaltbarem Allradantrieb ausgestattet, der Grundpreis betrug somit 43.690 Euro. Bereits bei der ersten Ausfahrt wurde deutlich, dass die koreanischen Konstrukteure tatsächlich einen großen Fortschritt bei der Reduzierung der Innenraumgeräusche gemacht haben. Selbst bei 180 km/h war der Geräuschpegel im Innenraum noch angenehm. Mit dafür verantwortlich sind unter anderem hydraulische Motorlager, der Einsatz von schallabsorbierendem PET (thermoplastischer Kunststoff) in den Dämmmatten und eine verbesserte Versiegelung von Türen, Fenstern und dem Motorraum.

Kein Verbrauchswunder

Apropos Motorraum: Dort arbeitet ein 2,2-Liter-Turbodieselmotor mit 133 kW/181 PS, dessen maximales Drehmoment laut Herstellerangaben 420 Newtonmeter beträgt. Die Automatikvariante soll durchschnittlich 8,1 Liter Dieselkraftstoff je 100 Kilometer verbrauchen. Das haben wir im realen Fahrbetrieb nicht geschafft. Unser Verbrauch lag immer jenseits von zehn Litern. Das erstaunte niemanden. Schließlich ist man mit einem beinahe fünf Meter langen (4.850 mm) und zwei Meter breiten (1.960 mm) sowie fast zwei Meter hohen (1.825 mm) und über zwei Tonnen (2.153 kg) schweren SUV unterwegs. Diese Ausmaße lassen keine Spitzenwerte beim Verbrauch zu, dafür aber Spitzen-Sitzplatzverhältnisse.

Bei einem Radstand von knapp 2,87 Metern haben alle Insassen außergewöhnlich viel Platz im Innenraum. Ist das Auto nur mit Fahrer und Beifahrer besetzt, lässt sich das Kofferraumvolumen von 820 Litern auf bis zu 1.977 Liter erweitern. Die optional erhältliche elektrisch öffnende Heckklappe vereinfacht das Beladen.

Wer zum ersten Mal einen Blick in den Innenraum des Rexton Sapphire wirft, ist mehr als nur überrascht. Das für 2.000 Euro erhältliche Nappa-Leder-Paket in Cognac-Braun sowie der schwarze Dachhimmel lassen einen gar zweimal hinschauen. Zentrales Bedienelement ist ein 9,2-Zoll großen hochauflösender Bildschirm, über den unter anderem das Tom-Tom-Navigationssystem sowie das Radio bedient werden. Das Smartphone lässt sich über Apple Car-Play oder Android-Auto einbinden.

Zudem liefert eine sieben Zoll große und gut ablesbare LCD-Anzeige verschiedene Informationen ins Blickfeld des Fahrers (siehe auch Bildergalerie). Das ist ebenso angenehm wie die komfortablen Sitze. Und über die Sitzheizung für beide Sitzreihen freuen sich an kalten Wintertagen sämtliche Passagiere.

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Fazit: Unser Testwagen hatte Sonderausstattung für etwa 6.000 Euro an Bord. Damit kommt das Auto auf einen Gesamtpreis von 49.790 Euro. So ausgestattet muss sich der neue Rexton im SUV-Wettbewerbsumfeld nicht verstecken – was ihm bei seiner Größe auch gar nicht möglich ist. Aber natürlich gibt es auch ganz viele Menschen, die all diesen „Schnickschnack“ nicht benötigen. Egal ob für 30.990 Euro oder 49.790 Euro – in jeder Variante hat der neue Rexton mehr zu bieten als nur ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Unter anderem gibt es nicht allzu viele SUVs, die es ermöglichen, mit bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast unterwegs zu sein. Wir hätten auch gerne einen Anhänger bei unserem Testwagen angehängt, jedoch fehlte die Anhängerkupplung und damit ein ganz wichtiges Verkaufsargument für dieses Fahrzeug.

Die Sache mit der Anhängerkupplung hat noch einen weiteren Haken: Wir haben die Anhängerkupplung weder in der Preisliste noch auf der Website des Herstellers gefunden. Erst der Anruf beim Ssangyong-Händler klärte die Frage, wie das Auto zu seinem Haken kommt. Die Original-Ssangyong-Anhängerkupplung gibt es für 750 Euro inklusive Einbau beim Ssangyong-Händler. Der Händler merkte noch an, dass die Vorgehensweise in Sachen Anhängerkupplung bei allen Ssangyong-Modellen so wäre – gut zu wissen.

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