»kfz-betrieb« Auto-Check: V40 D4 Cross Country

Autor: Jan Rosenow

Der V40 D4 ist auch in der auf SUV getrimmten Variante Cross Country vor allem eins: ein formidabler Reisewagen. Mit wenigen anderen Kompaktautos lassen sich lange Autobahnetappen so nervenschonend absolvieren.

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Wer mit dem Volvo 40 auf Landpartie geht, ärgert sich nicht über die lange Anreise.
Wer mit dem Volvo 40 auf Landpartie geht, ärgert sich nicht über die lange Anreise.
(Bild: Rosenow)

Mit dem V40 Cross Country hat Volvo ein Kompaktklassemodell am Start, das mit ein paar optischen Änderungen den rustikalen Eindruck eines SUVs vermitteln soll. Um 40 Millimeter höher gelegt, steht er wuchtiger auf der Straße. Allrad indes ist nur in Verbindung mit zwei starken Ottomotoren zu haben, nicht bei der getesteten Dieselvariante.

Designmäßig passt der seit 2012 angebotene V40 nicht mehr ganz in die von kühler Sachlichkeit und geraden Linien geprägte aktuelle Volvo-Familie, sondern will mit der stark ansteigenden Seitenlinie und dem bulligen Heck Sportlichkeit suggerieren. Eine Übernahme aus dem V90 sind die Scheinwerfer mit dem Tagfahrlicht, das die Schweden seiner Form halber allen Ernstes „Thors Hammer“ nennen – klischeehafter geht es nicht.

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Also Tür auf und einsteigen, was wegen der höheren Cross-Country-Statur leicht fällt. Beim Innenraumdesign gehen die Schweden weiter ihren eigenen Weg, und das ist auch gut so: Helles Leder in Kombination mit Nadelstreifen, unlackiertes Holz und mattiertes Aluminium sorgen für ein edles und geschmackvolles Ambiente ohne barocken Prunk und Protz. Das Platzangebot ist nicht üppig, reicht aber aus. Die Sitze geben auch auf vielen 100 Kilometern tollen Halt, ohne mit bemüht sportlichen Schraubstockqualitäten zu nerven. Auf der Rücksitzbank stört die hochgezogene Fensterlinie, denn vor allem kleine Passagiere können kaum hinausschauen.

Bedienung aus dem Prä-Touchscreen-Zeitalter

In Sachen Bedienung ist der V40 nicht mehr auf dem neuesten Stand, vieles läuft über das kleinteilige Knöpfchenfeld in der Mittelkonsole. Die nächste Generation dürfte dann analog zur 90er-Baureihe einen großen Touchscreen bekommen.

Bei der Antriebstechnik ist der V40 mit seinen großen Brüdern aber auf gleichem Niveau, werden doch fast alle Volvo-Modelle von dem knapp zwei Liter großen Drive-E-Vierzylinder angetrieben. Wir konnten den Diesel in der D4-Ausführung mit 140 kW/190 PS fahren, der mit einem Achtgang-Automatikgetriebe gekoppelt war. Das Getriebe hält den drehmomentstarken Selbstzünder bei sehr niedrigen Drehzahlen, sodass er bei gleichmäßiger Fahrweise kaum zu hören ist.

Beim Gasgeben schaltet die Box aber blitzschnell herunter und lässt den Motor seine 400 Newtonmeter ausspielen. Das insgesamt niedrige Drehzahlniveau und der Verzicht auf den Allradantrieb halten den Testverbrauch bei vertretbaren sieben Litern auf 100 Kilometern. Aber klar: Auch dieses Auto verbraucht deutlich mehr, als der praxisferne NEFZ-Zyklus andeutet (4,3 Liter).

Ein wenig übertrieben hat Volvo auch bei der Fahrwerksabstimmung. Die Federung hätte man gut und gerne etwas komfortabler auslegen können, ohne die Fahrsicherheit zu gefährden. Dann wäre der Schwede endgültig der perfekte Autobahnwagen in seiner Klasse. 600 Kilometer an einem Nachmittag, mit nur einer kurzen Kaffeepause? Das geht am besten in einem Volvo, und da macht der V40 keine Ausnahme.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group