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»kfz-betrieb«-Autocheck: Skoda Citigo-E

Autor: Andreas Grimm

Die Verbindung aus konventionellem Kleinwagen und modernem E-Antrieb führt zum Erfolg – zumindest beim Citigo-E. Das Kontingent fürs laufende Jahr ist längst verkauft. Ein ausgiebiger Test zeigt, warum. Der Kleinwagen wäre für den Einsatz in der Stadt ein echter Gewinn, wenn es ihn denn noch gäbe.

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Skoda hat mit dem Citigo-E ein E-Auto in konventionellem Kleid auf dem Markt. Die Nachfrage ist hoch, die Verfügbarkeit schlecht.
Skoda hat mit dem Citigo-E ein E-Auto in konventionellem Kleid auf dem Markt. Die Nachfrage ist hoch, die Verfügbarkeit schlecht.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der Skoda Citigo-E ist nicht mein erstes E-Auto, das ich bewege. Aber es ist das erste, für das ich von Anfang bis Ende verantwortlich bin. Also inklusive Laden auf der Strecke. Mit dem Laden fremdeln die Autofahrer ja generell, ganz frei machen davon, kann ich mich auch nicht. Was man eben nicht kennt …

Apropos nicht kennen: Obwohl der Citigo-E ein echter Verkaufsschlager geworden ist, ist er de facto aus dem Programm genommen – wie auch die elektrischen Geschwister Seat Mii und VW Up. „Absolut unverständlich“, kommentieren die Händler die Entscheidung. Einerseits fehlt ihnen der Kleinwagen im Sortiment, andererseits funktioniert der Citigo-E gut als Türöffner in die Elektromobilität. Und auch aus Konzernsicht hilft ja jeder verkaufte Citigo-E, die CO2-Bilanz zu verbessern. Auch wenn, wie es unter vorgehaltener Hand heißt, der Konzern an den elektrischen Kleinwagen nichts verdient.

Doch zurück zum Auto selbst: Gleich der Erstkontakt lässt mich aufschrecken. Das Auto wird gebracht, der überführende Fahrer fragt an, ob es in Ordnung sei, wenn die Batterie nicht ganz vollgeladen ist. Die Ladesäule unterwegs war wohl nicht die leistungsfähigste. Mir ist das zunächst egal, trotzdem führt mir der Auftakt vor Augen, dass ich mich um die Ladeinfrastruktur kümmern muss. Wo kann man laden, wie funktioniert die Bezahlung, sind Ladestationen frei? Fragen, die wohl auch jeder Kunde im Autohaus stellen wird. Ein E-Auto funktioniert zwar einfach, Erklärungsbedarf gibt es trotzdem im Großen wie im Kleinen.

Zwei Dinge, das wird schnell klar, machen das Leben eines E-Autofahrers leichter: Eine Ladekarte, über die die Abrechnung an den Ladesäulen läuft, und eine App, die die Ladestationen anzeigt inklusive der Ladeleistung und der Verfügbarkeit eines freien Platzes.

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Erstere funktioniert im Test problemlos, die von Skoda mitgelieferte Shell-Karte haben alle genutzten Stationen akzeptiert, wenn auch mit unterschiedlichem, vermutlich Betreiber-abhängigem Aufwand. Um die Preistransparenz steht es dagegen weniger gut.

Zweiter Negativpunkt: Die gewählte App „Charge EV“ zeigt leider nicht zuverlässig an, ob die angestrebten Ladepunkte frei sind. Da kann ein Fahrer schon böse Überraschungen erleben. Ob's an der App lag oder der mangelhaften Übermittlung durch die Stationen, ließ sich auf die Schnelle nicht prüfen.

Trotzdem, es gilt Erfahrungswerte zu sammeln. Beim vierten Ladevorgang wird man schon ruhiger. Und daheim in der Einfahrt gibt es sowieso kein Problem (wohl dem E-Auto-Besitzer, der einen Vorplatz hat und jetzt die Wallbox-Förderung in Anspruch nehmen kann). Außerdem ist das Sammeln von Erfahrungen eigentlich bei jedem Auto üblich. Denn wer seinen neu gekauften Verbrenner einfährt, muss sich ebenfalls zunächst orientieren, was das Auto kann und wie die Funktionen angesteuert werden.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«