Kfz-Branche sieht Spritpreisbremse skeptisch

Deutliche Mehrheit erwartet keinerlei Effekte auf die Kosten

| Autor: Andreas Grimm

Gegen die Entwicklung der Benzinpreise hilft kein Mittel - zumindest glaubt die Mehrheit nicht an eine Spritpreisbremse.
Gegen die Entwicklung der Benzinpreise hilft kein Mittel - zumindest glaubt die Mehrheit nicht an eine Spritpreisbremse. (Foto: Grimm)

Die von der Politik ins Spiel gebrachten Ideen zur Kontrolle der Spritpreise stoßen auf Skepsis in der Kfz-Branche sowie bei den Autofahrern. Eine Meldepflicht der Mineralölkonzerne, ihre Treibstoff-Einkaufspreise und -Mengen sowie Preisveränderungen in Echtzeit einer Meldestelle beim Bundeskartellamt offen zu legen, halten beide Gruppen für wirkungslos. Für die Kunden an der Zapfsäule werde sich dadurch nichts ändern, lautet der Grundtenor von zwei Umfragen.

Eine Umfrage von »kfz-betrieb ONLINE« mit rund 900 Teilnehmern ergab, dass die deutliche Mehrheit von 59 Prozent der Befragten nicht daran glaubt, dass sich durch die Einrichtung einer derartigen Kontrollstelle die Preisgestaltung an den Zapfsäulen ändern werde. Bundeswirtschaftsminister Phillip Rösler (FDP) erwartet sich von einer größeren Markttransparenz dagegen eine dämpfende Wirkung auf die Spritpreise.

In der nicht repräsentativen Befragung von »kfz-betrieb ONLINE« gibt ein Drittel der Befragten der Initiative zumindest eine Chance: Dass der Kraftstoffpreis dadurch zumindest ein bisschen nach unten in Bewegung kommt, hoffen 33 Prozent der Teilnehmer. Richtig optimistisch äußerten sich acht Prozent: Sie erwarten, dass es der Meldebehörde gelingen wird, den Ölkonzernen Missbrauch nachzuweisen.

Noch größere Zweifel an der Wirksamkeit dieser Meldepflicht haben die Leser der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ (AMS). Laut einer – ebenfalls nicht repräsentativen – Erhebung unter 1.500 Autofahrern erwarten 66 Prozent, dass sich „aufgrund des hohen bürokratischen Aufwands die geplante Regelung nicht rechnet“. Am Benzinpreis werde sich nichts ändern. Dagegen erwarten 24 Prozent, dass „mit der geplanten Regelung mehr Transparenz und Wettbewerb auf den Benzinmarkt kommt“. Dies werde positive Auswirkungen auf die Benzinpreise haben.

Generell scheinen die Kraftstoffpreise noch keine kritische Schmerzschwelle erreicht zu haben. Bei der „AMS“-Umfrage gaben 28 Prozent der Befragten an, sie befürchteten Einschränkungen der Autonutzung aufgrund der hohen Spritpreise. 50 Prozent sehen diese Gefahr derzeit „weniger“ und 20 Prozent „gar nicht“.

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