Suchen

Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg kritisiert fehlende Einbindung beim Autogipfel

| Autor: Doris Pfaff

Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, zeigt sich vom Ergebnis des jüngsten Autogipfels mit der Bundeskanzlerin enttäuscht. Er kritisiert die fehlende Einbindung des Kfz-Gewerbes in die Gespräche und die fehlende Unterstützung des Kfz-Gewerbes – beispielsweise durch eine Kaufprämie, die vorerst vom Tisch zu sein scheint.

Firmen zum Thema

Der Präsident des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes Michael Ziegler hält an der Forderung nach einer Kaufprämie fest.
Der Präsident des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes Michael Ziegler hält an der Forderung nach einer Kaufprämie fest.
(Bild: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)

„Es ist unbegreiflich, dass das Kfz-Gewerbe wieder ausgespart wurde“, kritisiert Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, das Bundeskanzleramt. „Uns zu ignorieren, heißt, in Baden-Württemberg über 4.200 Kfz-Innungsbetriebe mit rund 53.000 Beschäftigten und über 9.000 Auszubildenden zu ignorieren. In Gesamtdeutschland sprechen wir von rund 37.000 oft mittelständisch geprägten Autohäusern und Werkstätten mit knapp 450.000 Mitarbeitern.“ Dabei habe das, was auf dem Autogipfel besprochen werde, direkte Auswirkungen auf Autohäuser und Werkstätten. „Es gibt in der Automobilwirtschaft nicht nur Hersteller und Zulieferer mit ihren berechtigten Sorgen, sondern auch das Kfz-Gewerbe“, betont Ziegler.

Insbesondere die Umstellung auf die Elektromobilität sei für die Kfz-Betriebe extrem belastend, weil sie innerhalb kürzester Zeit Milliardenbeträge in die elektrische Infrastruktur investieren, ohne eine Aussicht darauf zu haben, die Kosten amortisieren zu können. Ziegler fordert daher mehr Unterstützung, auch mit Blick auf einen möglichen Beteiligungsfonds zur Stärkung des Eigenkapitals.

„Das Kfz-Gewerbe ist ein wichtiger Baustein der Automobilwirtschaft und die zentrale Schnittstelle zum Kunden, die für den Erfolg alternativer Antriebe am Markt entscheidend ist“, sagt er und wies auf den starken Einbruch der Neuzulassungen von 30 Prozent im Juli in Baden-Württemberg hin. „Nur mit einer Gesprächsbeteiligung des Kraftfahrzeuggewerbes bei den Autogipfeln könnten Ergebnisse erzielt werden, die nicht die Gefahr einer Benachteiligung der Branche bergen. Denn nur so könnten die Hersteller, die gerne öffentliche Förderungen einstreichen, auch in die Pflicht genommen werden, im Gegenzug nicht ihre Händler zusätzlich zu belasten, indem sie ihnen die kostspieligen Positionen aus dem von der Politik verordneten Lastenheft zuschieben.“

Enttäuscht ist Baden-Württembergs Kfz-Präsident auch über die vorerst nicht weiter verfolgte Kaufprämie für saubere Verbrenner. Das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg mache sich weiter dafür stark, eine Verbrennerförderung inklusive der Berücksichtigung junger Gebrauchtwagen zur schnelleren Flottenerneuerung einzuführen.

Diese Haltung wird aber nicht überall im Kfz-Gewerbe geteilt. Albert Vetterl, Chef des Landesverbands Bayern, fürchtet, dass die anhaltende Forderung nach einer Kaufprämie zu erneuten Störungen und Einbrüchen im Autohandel führen könnte.

(ID:46853307)

Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik