Suchen

Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg sieht Digitalisierungsschub

Autor / Redakteur: Ernst Rothenburger / Andreas Grimm

Das Kraftfahrzeuggewerbe Baden-Württemberg hat erstmals seine Delegiertenversammlung virtuell über das Internet abgehalten. Zur Sache ging es dabei trotzdem. Der Landesverband fordert vom Staat weitere zielgerichtete Maßnahmen gegen die Folgen der Krise.

Firmen zum Thema

Der Präsident des Kfz-Landesverbands Baden-Württemberg, Michael Ziegler, sieht das Gewerbe in Kampfeslaune gegen die Krise.
Der Präsident des Kfz-Landesverbands Baden-Württemberg, Michael Ziegler, sieht das Gewerbe in Kampfeslaune gegen die Krise.
(Bild: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)

Das Kfz-Gewerbe in Baden-Württemberg kämpft noch mit den Folgen der Corona-Pandemie, sieht in den Herausforderungen aber auch Chancen. „Die Krise hat für einen Digitalisierungsschwung in unseren Betrieben gesorgt, was für die Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft noch ein wichtiger Faktor werden kann“, sagte Micheal Ziegler, der Präsident des Landesverbands auf der erstmals online durchgeführten Delegiertenkonferenz. Der Handel habe gezeigt, welchen Stellenwert er für die Hersteller bei der Vermarktung von Fahrzeugen auch über digitale Kanäle in Zukunft haben werde. Das Gewerbe brauche aber künftig verlässliche und planbare Rahmenbedingungen.

Zudem habe die Branche gezeigt, dass sie in der Krise erfolgreich kämpfen kann. Beispielsweise habe der Landesverband einen relativ kurzen Lockdown für den baden-württembergischen Autohandel nur bis zum 20. April erstreiten können. Um die Folgen zu bewältigen, ist Ziegler der Ansicht, dass eine Umstiegsprämie auch den Kauf von Verbrennern fördern müsste. „Das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen“, sagte er. Es brauche zudem zusätzliche Weichenstellungen, bei denen der Staat bis hin zur EU-Ebene gefordert sei.

Weitere Förderung für digitalen Umstieg notwendig

Angesichts der Umsatzlage der Betriebe sei beispielsweise eine weitere Förderung des digitalen Umstiegs durch den Staat notwendig: „Wir brauchen finanzielle Förderungen im Bereich der Transformation der Automobilwirtschaft, der Digitalisierung und der Elektrifizierung und hier insbesondere der Infrastruktur in den Betrieben.“ Der Gesetzgeber sei zudem gefordert, rechtliche Weichen für die Zukunft zu stellen. Ziegler forderte einen verbindlichen Rechtsrahmen für den Zugang von Kfz-Betrieben zu fahrzeuggenerierten Daten. Zudem sei „eine harte rechtliche Regelung“ nötig, um die Unabhängigkeit des Handels von den Herstellern und die Zukunftsfähigkeit der Freien Werkstätten zu sichern.

Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg vertritt rund 4.125 Mitgliedsbetriebe mit 52.200 Beschäftigten und knapp 10.000 Auszubildenden im Land.

(ID:46741403)