Kfz-Gewerbe Bayern: Dieselkrise bremst wirtschaftliche Entwicklung

Autor: Andreas Wehner

Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des bayerischen Kfz-Gewerbes, hat die Politik in der Dieselkrise dazu aufgefordert, die Hersteller in die Pflicht zu nehmen.

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Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes.
Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes.
(Bild: Kfz-Gewerbe Bayern)

Das bayerische Kfz-Gewerbe hat die vielen offenen Fragen in der Diesekrise bemängelt. „Die Politik hat sich auch ein Jahr nach dem Diesel-Gipfel der Bundesregierung nicht zu einer Lösung durchringen können und bleibt wichtige Antworten schuldig“, sagt Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kfz-Gewerbes in Bayern.

Die Folgen seien gravierend: „Viele mittelständische Betriebe sehen mit Sorgen in ihre Zukunft und die Dieselbesitzer hängen schlichtweg in der Luft“, sagt Landesinnungsmeister Vetterl. Diese Unsicherheit sei für die Betriebe unzumutbar. „Wir brauchen endlich eine politische Lösung der Dieselkrise, die die Hersteller in die Pflicht nimmt und nicht zulasten von Kunden und Kfz-Gewerbe gehen darf.“

Dabei gehe es beispielsweise um dringede Fragen zu den Messstellen, die die Einhaltung der Stickoxid-Belastung überwachen sollen. Diese seien europaweit kaum vergleichbar. Auch die nicht abreißende Diskussion um Fahrverbote trage zur Verunsicherung bei. Und weder für das Kfz-Gewerbe noch für die Kunden sei es nachvollziehbar, dass es immer noch keine rechtssichere Regelung zur Hardware-Nachrüstung gebe, sagte Vetterl.

Dieselfahrzeuge seien außerdem immer noch deutlich schwerer zu verkaufen als vor der Dieselkrise. Dass nun einzelne Hersteller wieder eine leichte Steigerung der Verkäufe vermeldeten, liege unter anderem auch an den speziellen Eintauschprogrammen, die von der Automobilindustrie aufgelegt wurden. „Dass zuletzt wieder etwas mehr Dieselfahrzeuge verkauft wurden, sehen wir aber auch als zaghaftes Signal, dass die guten Argumente, die es immer noch für den Kauf eines Dieselfahrzeugs gibt, wieder sachlicher wahrgenommen werden“, so Vetterl. Dennoch liege der Diesel-Anteil an den Pkw-Neuzulassungen deutlich unter dem Wert vor der Dieselkrise.

Finanzielle Verluste für den Handel entstünden durch längere Standzeiten und unpassende Restwerte von Leasing-Rückläufern „Für unsere Mitgliedsbetriebe heißt das: Dringend notwendige Investitionen in die Zukunft können nicht getätigt werden. Die Dieselkrise von heute verhindert die wirtschaftliche Entwicklung von morgen und gefährdet Arbeitsplätze“, sagte Vetterl.

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 Andreas Wehner

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«