Kfz-Gewerbe Bayern: Söder macht Wahlkampf auf Kosten der Betriebe

Autor Doris Pfaff

Albert Vetterl, Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes, zeigt sich über die Idee des CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, ab 2035 Verbrennungsmotoren nicht mehr zuzulassen, sehr verärgert: Söder betreibe mit seinen „unausgegorenen Vorstößen“ Wahlkampf auf Kosten der Betriebe.

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Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.
Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.
(Bild: Kfz-Gewerbe Bayern)

„Ohne Not wird hier auf Kosten der Kfz-Betriebe eine Diskussion aufgemacht, die der Wirtschaft und dem Mittelstand gerade im Freistaat Bayern schadet“, sagte Vetterl. Sein jüngster Vorstoß wirke auf die Kunden kaufhemmend.

Vetterl schimpfte: „Das ist damit nach der unsäglichen Hängepartie um Autokaufprämien im späten Frühjahr jetzt innerhalb kürzester Zeit das zweite Mal, dass dem Kfz-Gewerbe die Arbeit von der Politik deutlich erschwert wird. Diese politischen Gedankenspiele, die einzig das Ziel haben, grüne Wählerstimmen abzugreifen, kommen für die rund 7.000 bayerischen Kfz-Innungsbetriebe zur Unzeit.“

Markus Söder hatte zuvor ein Zulassungsverbot für Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ab 2035 befürwortet und sich dabei an der jüngsten Entscheidung des US-amerikanischen Bundesstaats Kalifornien orientiert. Konkret hatte er Fahrzeuge, die fossile Energieträger verbrennen, genannt.

Für Vetterl ist diese Position nicht nachvollziehbar: „Wir werden auch weiterhin hochmoderne Verbrennungsmotoren für die individuelle Mobilität benötigen – und damit sind bewusst nicht nur Benziner, sondern auch Diesel gemeint.“ Er forderte die Politiker auf, gemeinsam mit Herstellern und Zulieferern sowie dem Kfz-Gewerbe ein Marktumfeld zu schaffen, in dem die Bedürfnisse der Menschen nach individueller Mobilität und zukunftsfähigen Fahrzeugen berücksichtigt werden. Damit sprach sich Vetterl außer für Stromer und Hybriden auch für Autos mit E-Fuel- oder Wasserstoffantrieben aus sowie weiterhin für saubere Verbrenner. Eine Verbotspolitik, die künstlich gegen den Markt steuere, sei nicht hilfreich, machte er deutlich.

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