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Kfz-Gewerbe Bayern sorgt sich um die Betriebsnachfolge

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Jeder vierte Kfz-Innungsbetrieb in Bayern hat in den nächsten drei Jahren eine Nachfolgesituation zu meistern. Je kleiner die Unternehmen sind, desto größer ist die Gefahr, dass sie verkauft oder gar aufgelöst werden.

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Damit es zum Handschlag und zu einer erfolgreichen Nachfolgeregelung bei der Betriebsübergabe kommen kann, braucht es mehr Anreize und weniger Bürokratie.
Damit es zum Handschlag und zu einer erfolgreichen Nachfolgeregelung bei der Betriebsübergabe kommen kann, braucht es mehr Anreize und weniger Bürokratie.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

„Für die nächsten Jahre plant jeder vierte Kfz-Innungsbetrieb in Bayern eine Nachfolgeregelung“, sagt Vetterl und bezieht sich auf eine aktuelle Umfrage des Kfz-Landesverbands Bayern unter den rund 7.000 Mitgliedsbetrieben. Ein Prozent davon denke sogar darüber nach, den Betrieb in den nächsten drei Jahren komplett aufzulösen. Die meisten anderen planen eine Weiterführung des Geschäfts, teilweise in der nächsten Familiengeneration. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es gerade für kleine Familienbetriebe immer schwerer wird, das Geschäft weiterzuführen“, sagte Präsident Vetterl.

Je nach Unternehmensgröße stellten sich die Pläne der jeweiligen Betriebe anders dar: Besonders bei klassischen Familienbetrieben mit bis zu fünf Mitarbeitern soll laut Umfrage etwa jeder zweite Betrieb verkauft, verpachtet oder sogar aufgelöst werden. Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern sind mit rund einem Drittel der Kfz-Innungsbetriebe am häufigsten in der Betriebsstruktur des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes vertreten. Bei mittelgroßen Betrieben mit bis zu 49 Mitarbeitern ist hingegen in den meisten Fällen eine familieninterne Nachfolge geplant (bis zu 90 Prozent), ergab die Umfrage.

„Gerade im Mittelstand brauchen wir Rahmenbedingungen, die es auch für kleine, familiengeführte Unternehmen attraktiv machen, diese weiterzuführen. Dadurch werden Arbeits- und Ausbildungsplätze auch abseits der Ballungsräume gesichert“, sagte Präsident Vetterl. Die rund 7.000 bayerischen Kfz-Innungsbetriebe beschäftigen insgesamt rund 125.000 Menschen und mehr als 15.000 Auszubildende.

Zwar böten bereits die sieben bayerischen Kfz-Innungen und der Landesverband den betroffenen Mitgliedsbetrieben bei ihrer Nachfolge möglichst viel Hilfe und Unterstützung an. Um vor allem aber die Zukunft der kleinen, meist ländlich gelegenen Kfz-Innungsbetriebe zu sichern, bedürfe es auch der Unterstützung durch die Politik. Vetterl: „Wir brauchen dringend einen erfolgreichen und umfassenden Bürokratieabbau statt immer weiteren Dokumentationsaufwand und lange Aufbewahrungsfristen.“

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