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Kfz-Gewerbe Bayern: Zulassungen müssen möglich bleiben

Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Beim Thema Zulassungsstellen lässt die Kfz-Branche nicht locker. Es dürfe nicht sein, dass aus Angst vor Ansteckung Zulassungsstellen einfach geschlossen blieben. Deshalb wendet sich der Landesverband Bayern des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes noch einmal direkt an die Staatsregierung.

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Händler bleiben auf ihren Neuwagen sitzen, weil Kfz-Zulassungsstellen geschlossen sind.
Händler bleiben auf ihren Neuwagen sitzen, weil Kfz-Zulassungsstellen geschlossen sind.
(Foto: Ford)

Das Kfz-Gewerbe Bayern wendet sich nun wegen der Zulassungsstellen-Thematik noch einmal direkt an die Staatsregierung. Der Landesverband kritisiert, dass ein Großteil der Kfz-Zulassungsstellen im Freistaat infolge der Corona-Pandemie komplett geschlossen ist und fordert, den behördlichen Betrieb aufrechtzuerhalten. „Wir können als bayerisches Kfz-Gewerbe nicht akzeptieren, dass aus Angst der komplette Betrieb in sehr vielen Zulassungsstellen generell eingestellt wird“, sagte Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes.

Der stationäre Automobilhandel in Bayern werde durch die vorgeschriebene weitgehende Schließung von Verkaufsstellen des Einzelhandels bis mindestens nach den Osterferien – besonders hart getroffen. Hohe Bestände an Neuwagen, die mit Krediten vorfinanziert seien, würden die Verkaufsräume und Lager des Vertragshandels füllen, erläutert Präsident Vetterl in einem Schreiben an die bayerische Staatsregierung: „Dieses derzeit tote Kapital lähmt unsere mit hohem Fremdkapitalanteil arbeitenden Händler.“

„Mittelständisches Gewerbe bedroht“

Die Folge: „In der Fläche bedrohen die Schließungen der Kfz-Zulassungsstellen unser mittelständisches Gewerbe existenziell“, meint Vetterl. Der komplett digitale Verkaufsprozess, um zulässigerweise bereitstehende Lagerfahrzeuge online zu verkaufen und somit den erdrückenden Fahrzeugbestand abbauen zu können, scheitere allzu häufig an der Möglichkeit, die Neuwagen zulassen zu können.

Zwar sei die Sorge der kommunalen Behörden mit Hinblick auf den unbeschränkten Publikumsverkehr nachvollziehbar. „Aber es gibt Lösungen, die funktionieren – und vor denen sich keine Verwaltung verstecken braucht“, betont der Verbandspräsident. Die gebündelte Abwicklung von Zulassungen über den Handel könne gefahrlos und durch „Schleusen“ für Dokumente und Nummernschilder ohne körperlichen Kontakt zwischen Menschen erfolgen. Auch die Auslieferung der (desinfizierten) Fahrzeuge könne ohne körperlichen Kontakt mit dem Käufer ausgestaltet werden.

Praktikable Lösungen gesucht

Das bayerische Kraftfahrzeuggewerbe bittet die Staatsregierung, den Anstoß für „Lösungen mit Augenmaß bei der Aufrechterhaltung des Zulassungswesens“ zu geben. Auch die sieben bayerischen Kfz-Innungen würden sich bei den Zulassungsstellen vor Ort dafür stark machen, die Gesundheit der Mitarbeiter und Bürger einerseits sowie die Interessen von Mobilität und Wirtschaftlichkeit andererseits durch praktikable Lösungen zu verbinden, teilt der Kfz-Landesverband mit.

Zuvor hatten sich die Autoverbände bereits gemeinsam mit einem dringenden Appell an die Bundesregierung gerichtet, die Kfz-Zulassungsstellen generell zu öffnen, damit der Autohandel nicht auf vorfinanzierten Fahrzeugen sitzen bleibt.

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