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Kfz-Gewerbe in Baden-Württemberg treibt die Dieselnachrüstung voran

| Autor: Jan Rosenow

Nach den Mercedes-Benz-Partnern engagieren sich nun zunehmend die Volkswagen-Händler. Gleich zwei Betriebe demonstrierten in dieser Woche, wie sie dieses wichtige Geschäftsfeld angehen.

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Große SCR-Expertenrunde in Ludwigsburg: (v. li.) Konrad Seigfried (Bürgermeister Ludwigsburg), Wolfgang Reimer (Regierungspräsident Stuttgart), Petra Tschirner und Mitarbeiter (Autohaus Tschirner & Fuchs), Petra Haas (Oberland-Mangold) und Torsten Treiber (Obermeister Kfz-Innung Stuttgart).
Große SCR-Expertenrunde in Ludwigsburg: (v. li.) Konrad Seigfried (Bürgermeister Ludwigsburg), Wolfgang Reimer (Regierungspräsident Stuttgart), Petra Tschirner und Mitarbeiter (Autohaus Tschirner & Fuchs), Petra Haas (Oberland-Mangold) und Torsten Treiber (Obermeister Kfz-Innung Stuttgart).
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Mit Unverständnis haben Volkswagen-Partner in Baden-Württemberg sowie Vertreter der Kfz-Innung Region Stuttgart auf die Aussagen des Wolfsburger Konzerns reagiert, dass er „noch von keinem einzigen Fall Kenntnis (hat), in dem (ein Dieselfahrzeug) nachgerüstet wurde.“ Dies hatte ein Konzernsprecher am 4. Mai der Nachrichtenagentur DPA mitgeteilt. Dabei läuft das Nachrüstgeschäft in den baden-württembergischen Schwerpunktregionen schon seit Anfang des Jahres; Dutzende Förderanträge sind seitdem bei VW eingereicht worden.

Zwar haben sich die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus für einige Wochen bremsend auf das Nachrüstgeschäft ausgewirkt – nicht zuletzt, weil die Zulassungsstellen geschlossen waren und deshalb keine Eintragungen vornahmen. Doch mittlerweile berichten die Kfz-Betriebe der Region wieder von steigender Nachfrage nach Dieselnachrüstsystemen.

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Gleich bei zwei Volkswagen-Partnern konnte »kfz-betrieb« sich Mitte Mai anschauen, mit welchem Engagement sie dieses potenziell sehr attraktive Geschäftsfeld angehen. Eines davon war am 12. Mai das Autozentrum Hagelauer in Heilbronn, das sich laut Geschäftsführer Burkhard Snapa „voll auf die Nachrüstung eingeschworen hat“. Die Heilbronner haben extra eine Telefonkraft eingeteilt, die die Kunden mit Euro-5-Dieseln abtelefoniert und ihnen die Nachrüstung anbietet. „Wir sehen uns in erster Linie als Handwerker“, betont Burkhard Snapa. „Wir wollen Werte erhalten. Im Moment geht die Tendenz bei vielen Kunden dahin, dass sie ihr Fahrzeug länger behalten. Die Nachrüstung passt da perfekt in die Zeit.“

Knapp 40 Kilometer weiter südlich in Ludwigsburg lud am 14. Mai die Kfz-Innung Region Stuttgart zum Volkswagen-Servicepartner Tschirner & Fuchs ein, um ein weiteres Mal die Wichtigkeit der Dieselnachrüstung zu betonen. Mit dabei war – wie schon zwei Tage zuvor in Heilbronn – der derzeit in der Kfz-Branche omnipräsente Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Er ist für die Luftreinhaltung in der Region zuständig und sieht die Nachrüstung als Chance, weitere Fahrverbote zu verhindern.

Lieber nachrüsten als abwracken

Obermeister Torsten Treiber von der Kfz-Innung Stuttgart forderte in Ludwigsburg die Bundesregierung auf, die Nachrüstung bundesweit und konzernunabhängig zu fördern. Dies könne beispielsweise durch den Verzicht auf die Mehrwertsteuer geschehen – dann wäre der Einbau für die Kunden angesichts der 3.000-Euro-Zuzahlung durch Mercedes-Benz und Volkswagen so gut wie kostenlos. Angesichts der Überlegungen zu einer Kaufprämie für Neuwagen sei aber auch eine „Nachrüstprämie“ für alle Dieselfahrer denkbar.

Petra Tschirner, Geschäftsführerin von Tschirner & Fuchs, geht die Nachrüstkampagne ebenfalls aktiv an: „Wir haben schon am 9. März den ersten Nachrüstkat eingebaut. Für einen Servicebetrieb wie unseren ist es wichtig, dem Kunden solche Leistungen anzubieten. Damit steigern wir unsere Werkstattauslastung.“

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 Jan Rosenow

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, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE