Lockdown in den Autohäusern Kfz-Gewerbe Niedersachsen-Bremen fürchtet falsche Entscheidungen für Autohandel

Redakteur: Nick Luhmann

Das niedersächsische Kfz-Gewerbe mahnt die Politik, den stationären Autohandel wieder zuzulassen, um weitere wirtschaftliche Schäden für die betroffenen Betriebe abzuwenden. Bei einer erneuten Verlängerung des Lockdowns würden ansonsten Entschädigungen für den Kfz-Handel notwendig.

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Karl-Heinz Bley fordert als Präsident des Kfz-Landesverbands Niedersachsen-Bremen für den Autohandel eine Öffnungsstrategie.
Karl-Heinz Bley fordert als Präsident des Kfz-Landesverbands Niedersachsen-Bremen für den Autohandel eine Öffnungsstrategie.
(Bild: Kfz-Landesverband Niedersachsen/Bremen)

Der Präsident des Kfz-Landesverbands Niedersachsen-Bremen, Karl-Heinz Bley, fordert eine Öffnungsstrategie und Perspektive für den Autohandel – mit Blick auf das nächste Bund-Länder-Treffen am 10. Februar. Hier wird es um weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gehen.

Gründe, die Verkaufsräume geschlossen zu halten, gibt es laut Bley keine. Denn Unternehmen des Automobilhandels in Niedersachsen und Bremen setzten bereits anerkannte Hygienekonzepte in den Servicebetrieben und -abteilungen der Autohäuser um, um Mitarbeiter und Kunden zu schützen.

Dazu gehörten medizinische Masken, gute Lüftungssysteme und ein optimales Verhältnis von Fläche zu Kunden. Viele Prozesse könnten die Autohäuser völlig kontaktlos umsetzen.

Zudem können die Autohäuser individuelle Besichtigungstermine mit den Kunden vereinbaren, sagt Bley, um eine kontinuierliche Kundenfrequenz sicherzustellen. Auch Probefahrten ließen sich entgegen weit verbreiteter Vorurteile problemlos kontaktlos organisieren. Die kontaktfreie Probefahrt sei „keine Utopie von morgen, sondern Realität von heute“.

Bley sagte, die Erlebnisse im Frühjahrs-Lockdown seien dramatisch gewesen. Allein in den Monaten März und April habe der Autohandel in Niedersachsen 30.000 Neuwagen weniger verkauft. Dies entspreche Umsatzverlusten von rund 1,1 Milliarden Euro. In Bremen waren es rund 1.500 Pkw-Neuzulassungen weniger und damit Umsatzverluste von 51 Millionen Euro.

Bley fordert Öffnung ab 15. Februar

„Mit jedem Tag, um den der Lockdown verlängert wird, wird die Schraube wieder ein Stück weitergedreht und erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die mittelständisch geprägten Automobilhändler“, zeigt sich Bley besorgt und fürchtet, dass „jetzt die falschen Entscheidungen getroffen werden“.

Die Unternehmen in Niedersachsen und Bremen brauchten sehr schnell eine Perspektive für das existenziell wichtige Frühjahrsgeschäft. Der Automobilhandel sollte daher ab 15. Februar wieder öffnen dürfen.

Bley wies zudem auf die besondere Situation im Autohandel hin. Der Automobilverkauf sei ein kapitalintensives Geschäft, das sich aber im Hinblick auf das Volumen der Fahrzeugbestellungen für das Frühjahrsgeschäft kaum kalkulieren lasse. Blieben die Händler auf georderten neuen Pkw sitzen, weil in den nächsten Wochen die Verkaufsräume weiter geschlossen blieben, drohten den Betrieben extrem hohe finanzielle Belastungen.

Daneben würden sich langfristige Investitionen, die die Autohändler gerade mit Blick auf die Verkehrswende für neue Fahrzeugtypen mit alternativer Antriebstechnik getätigt hätten, nicht mehr amortisieren. Kreditlinien und damit die Liquidität vieler Betriebe seien in Gefahr. Deshalb seien Entschädigungen auch für den Autohandel erforderlich, ebenso finanzielle Anreize für den Kauf sauberer Autos.

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