Kfz-Gewerbe NRW: Gemeininteresse hat bei Diesel Vorrang

Landesverband schreibt Brandbrief an neue Landesregierung

| Autor: Timo Schulz

Frank Mund, Präsident Kfz-Gewerbe NRW, fürchtet beim Thema Diesel eine „kalte Enteignung“ für Fahrzeughalter und Autohäuser.
Frank Mund, Präsident Kfz-Gewerbe NRW, fürchtet beim Thema Diesel eine „kalte Enteignung“ für Fahrzeughalter und Autohäuser. (Foto: Kfz-Gewerbe NRW)

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Mit einem „Brandbrief“ hat sich Frank Mund, Präsident des Kfz-Gewerbes NRW, an die neugewählte nordrhein-westfälische Landesregierung gewandt, die am Mittwoch am Berliner „Diesel-Gipfel“ teilnehmen wird: Mit großer Sorge blicke das Kfz-Gewerbe NRW mit seinen 8.800 Kfz-Betrieben und deren rund 95.000 Mitarbeitern derzeit auf die öffentliche Diskussion über die Zukunft der Dieseltechnologie.

Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge, wie sie immer wieder von verschiedenen Interessengruppen und Umweltaktivisten gefordert werden, hätten in ihrer Umsetzung für Millionen Fahrzeughalter alleine in Nordrhein-Westfalen, aber auch für die Autohäuser die Wirkung einer „kalten Enteignung“, so Mund. Diese Fahrverbote würden nicht nur die Nutzungsdauerversprechen zum Zeitpunkt des Kaufs brechen, sondern darüber hinaus jedwedes Vertrauen in Zusagen der Nutzungsdauer von künftigen Neuanschaffungen konterkarieren.

„Wir erkennen klar die Chance, durch die Umrüstung älterer Dieselfahrzeuge mit Abgasnachbehandlungssystemen das Stickoxidemissionsverhalten des Diesels an die Anforderungen der Euro-6-Abgasnorm anzupassen, ohne auf die positiven Auswirkungen der Dieseltechnologie für die CO2-Bilanz verzichten zu müssen“, hob Mund gegenüber der Landesregierung hervor. Er verwies auf andere EU-Mitgliedsstaaten wie Schweden, die mit dem Einsatz der auf dem Markt bereits vorhandenen technologischen Angebote bereits gute Erfahrungen vorweisen können.

Mund plädiert an die Landesregierung, sich bei allen Irritation über etwaige Versäumnisse der deutschen Automobilindustrie dafür einzusetzen, das Gemeininteresse an einer Verringerung der Stickoxidemissionen mit dem Interesse der Millionen Besitzer von Dieselfahrzeugen durch die Entscheidung für eine politisch kluge und technologisch intelligente Umrüstungslösung wieder in Einklang zu bringen. Das Kfz-Gewerbe stehe als kompetenter Partner für die praktische Umsetzung einer solchen Lösung bereit.

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