Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz: Es läuft fast rund

Kfz-Betriebe steigern Umsätze auf Rekordhoch

| Autor: Christoph Baeuchle

Hans-Werner Norren, Präsident des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz, blickt mit „gesundem Pessimismus“ auf das laufende Jahr.
Hans-Werner Norren, Präsident des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz, blickt mit „gesundem Pessimismus“ auf das laufende Jahr. (Foto: Kfz-Gewerbe)

Der Kfz-Landesverband Rheinland-Pfalz wächst weiter zusammen. So haben sich die Vertreter der Kfz-Innungen Simmern, Bad Kreuznach/St. Goar und Birkenfeld auf einen Zusammenschluss geeinigt. Sie agieren nun als Kfz-Innung Rhein-Nahe-Hunsrück. Weitere Innungen wie Südpfalz und Deutsche Weinstraße loten die Möglichkeiten aus.

„Wir begrüßen die Zusammenschlüsse“, sagte Jens Bleutge, Geschäftsführer des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz, auf der Jahrespressekonferenz des Landesverbandes. Es sei sinnvoll, dass Innungen eine gewisse Größe haben, um den Mitgliedsbetrieben die notwendigen Dienstleistungen zu bieten.

Bleutge fügte jedoch hinzu, dass nicht jeder Zusammenschluss sinnvoll sei. „Man darf nicht zu viel fusionieren, denn das Handwerk ist dezentral aufgestellt.“ Entscheidend sei, dass der Weg der Mitgliedsbetriebe zur Geschäftsstelle nicht zu groß wird.

Derzeit umfasst das Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz, das 2010 aus dem beiden Landesverbände Rheinland und Pfalz entstand, 15 Innungen. Von den 3.000 Autohäusern und Werkstätten in der Region sind knapp zwei Drittel Mitglied einer Kfz-Innung.

Umsatzplus von fast 9 Prozent

Die rheinland-pfälzischen Kfz-Betriebe schauen auf ein gutes Jahr zurück. „Es läuft“, fasste Hans-Werner Norren, Präsident des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz, die Entwicklung im vergangenen Jahr zusammen. Dies gilt vor allem beim Blick auf die Umsatzzahlen: Mit einem Plus von 8,9 Prozent stiegen sie auf den Rekord von 7,7 Milliarden Euro. Alle Segmente – Neu- und Gebrauchtwagen sowie Service – entwickelten sich positiv.

Gute Entwicklung beim Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz


Das Autojahr 2016 in Zahlen
Bereich 2016 2015
Gesamtumsatz 7,68 Mrd. Euro 7,05 Mrd. Euro
Pkw-Neuwagenhandel 2,40 Mrd. Euro 2,36 Mrd. Euro
Pkw-Gebrauchtwagenhandel 3,71 Mrd. Euro 3,20 Mrd. Euro
Service 1,58 Mrd. Euro 1,49 Mrd. Euro
Neuzulassungen 131.331 Pkw 130.238 Pkw
Besitzumschreibungen 406.623 Pkw 406.168 Pkw

Quelle: Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz

Die Freude über die Entwicklung schränkte Norren jedoch umgehend ein: Es laufe eben nur fast rund. Die vorläufige Rendite zwischen 1,6 bis 1,9 Prozent sei zu niedrig und verharre in etwa auf dem Vorjahr. Und der Diesel sorge in den Showrooms für viel Gesprächsstoff – nicht im positiven Sinne.

Dabei ist die Lage in Rheinland-Pfalz noch bei Weitem nicht mit der Situation in Stuttgart zu vergleichen, wo Feinstaubalarm und die Diskussion um Fahrverbote dem Selbstzünder kräftig zusetzen. „Es bleibt abzuwarten, wie viel Schaden dieser Antriebsart noch entstehen wird“, sagte Norren.

Aus den offiziellen Zahlen lässt sich noch nicht viel ablesen. Der Dieselanteil an den Neuzulassungen sank um 2,8 Punkte auf 41,8 Prozent. Während er Anfang des Jahres 2015 noch an der 50-Prozent-Marke kratzte, ist er Ende vergangenen Jahres unter die 40 Prozent gerutscht.

„Bei den Gebrauchtwagen gab es bislang keine riesigen Einbrüche“, sagte Norren. „Wir gehen davon aus, dass der Diesel nicht tot ist, sondern lediglich eine Schramme abbekommen hat.“ Doch eine Prognose, wie es mit dem Selbstzünder weitergeht, wollte er nicht abgeben.

Dies sieht bei den allgemeinen Erwartungen für das laufende Jahr anders aus. Nachdem die Neuzulassungen im abgelaufenen Jahr noch um knapp ein Prozent auf gut 131.000 Pkws zulegten, erwartet der Verband für die kommenden Monate einen leichten Rückgang auf 126.000 Neuzulassungen. Die Besitzumschreibungen dürften in etwa wieder das Niveau des Vorjahres erreichen, als sie rund 406.500 Einheiten lagen.

„Das ist ein gesunder Pessimismus“, sagte Norren mit Blick auf die Entwicklung der Neuzulassungen. Nachdem der Markt im Januar kräftig gewachsen ist, war er im Februar etwas im Minus. „Unser Geschäft ist wie das Wetter – mal gut, mal nicht so gut.“

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