Kfz-Gewerbe startet neue Nachwuchskampagne

Redakteur: Gerd Steiler

Mit einem komplett neuen Internet-Auftritt und frisch designtem Logo begleitet das Deutsche Kfz-Gewerbe ihre aktuelle Kampagne zur Nachwuchsförderung. Offiziell vorgestellt wurde sie beim 8. Bundesberufsbildungskongress des ZDK in Bad Wildungen.

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Mit einem komplett neuen Internet-Auftritt und frisch designtem Logo geht die Automobilbranche ins Rennen um den Nachwuchs. Auf dem 8. Bundesberufsbildungskongress des Deutschen Kfz-Gewerbes in Bad Wildungen schalteten ZDK-Präsident Robert Rademacher und ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens den neuen Auftritt der Nachwuchsförderungskampagne offiziell frei, teilte der Verband am Freitag in Bonn mit. Im Rahmen der Kampagne arbeiten den Angaben zufolge Experten des ZDK sowie Vertreter von 34 deutschen und internationalen Automobilherstellern seit fast 30 Jahren zusammen.

Wettbewerb wird härter

„Mit Hilfe der neuen Kampagne wollen wir qualifizierten Nachwuchs für die Kfz-Betriebe sichern, die jungen Menschen optimal ausbilden und ihnen Perspektiven für eine erfolgreiche Karriere im Kfz-Gewerbe eröffnen“, so ZDK-Präsident Rademacher.

Dabei sehe sich das Kfz-Gewerbe im harten Wettbewerb mit anderen Branchen. Auch die demografische Entwicklung erschwert nach Aussage von ZDK-Berufsbildungsexpertin Birgit Behrens den Kampf um den Nachwuchs: „Bis zum Jahr 2020 wird die Zahl der Schulabgänger um 13,5 Prozent zurückgehen“, betonte sie. Die Schere zwischen Ausbildungsangebot und Nachfrage klaffe zunehmend auseinander. Deshalb sei es für die Kfz-Betriebe unabdingbar, alle erforderlichen Anstrengungen im Wettstreit um den qualifizierten Nachwuchs zu unternehmen.

Blick für „verborgene Talente“

Aktuell sei die Attraktivität der technischen und kaufmännischen Berufsbilder im Kfz-Gewerbe für die jungen Menschen nach wie vor sehr hoch. „Insgesamt befanden sich Ende vergangenen Jahres 87.800 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis in einem Kfz-Betrieb“, so Behrens. Das waren 4,5 Prozent mehr als zum Jahresende 2009. Zugleich stehe der Kfz-Mechatroniker unangefochten auf Platz eins aller Ausbildungsberufe im Handwerk.

Darüber hinaus gebe es für Nachwuchskräfte vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten. So biete die Bundesfachschule für Betriebswirtschaft in Calw und Northeim ein 11-monatiges, praxisorientiertes Vollzeitstudium mit dem Abschluss zum Betriebswirt des Kfz-Gewerbes an.

Neue Freizügigkeit als Chance

Mit neuen, zielgruppengerechten Informationsmitteln wende sich die Nachwuchsförderungskampagne aber nicht nur an Eltern, Lehrer, Berufsberater und Schulabgänger mit Abschlusszeugnis. Auch die auf dem Papier scheinbar nicht ausbildungsreifen jungen Menschen ohne Abschluss sollten die Kfz-Betriebe in den Blick nehmen. Darunter seien oft „ungeahnte Talente, die nur geweckt werden müssen“, so Behrens.

Auch das Thema Zuwanderung eröffne bislang unerschlossene Möglichkeiten. So biete die seit 1. Mai geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit aus den neuen EU-Mitgliedsländern allen Kfz-Betrieben jetzt die Chance, auch auf diesem Weg geeigneten Nachwuchs zu finden und zu rekrutieren. Mehr Informationen zur Nachwuchsförderungskampagne gibt es im Internet unter www.autoberufe.de.

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