Kfz-Innung Bruchsal: Klare Regeln für die Nachrüstung

Mitglieder treffen sich zur Jahreshauptversammlung

| Autor: Holger Zietz

Obermeisterin Birgit Leicht sieht die Notwendigkeit für klare gesetzliche Regeln zur Dieselnachrüstung.
Obermeisterin Birgit Leicht sieht die Notwendigkeit für klare gesetzliche Regeln zur Dieselnachrüstung. (Foto: Zietz)

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Freud und Leid liegen bekanntlich dicht beieinander – das gilt auch für den Rückblick der Kfz-Innung Bruchsal auf das Jahr 2017. Dem guten Absatz und der hohen Serviceauslastung stehe die nicht endende Diskussion über Dieselfahrzeuge gegenüber, bedauerte Obermeisterin Birgit Leicht vor den versammelten Mitgliedern der Kfz-Innung Bruchsal.

Die große Nachfrage hat dazu geführt, dass der Fahrzeugbestand im Bereich der Innung ein weiteres Mal gestiegen ist: Er legte um 1,5 Prozent auf 374.000 Fahrzeuge zu und erreichte damit ein neues Rekordniveau. „Das Mehr an Fahrzeugen brauchen wir dringend, um die Werkstätten auszulasten“, betonte die Obermeisterin. Schließlich seien die Wartungsintervalle neuerer Modelle deutlich länger, entsprechend kommen sie seltener in die Servicebetriebe. Allerdings konnten sich die Werkstätten in den vergangenen Monaten nicht beklagen: „Mit rund 86 Prozent war die Service-Auslastung der Bruchsaler Betriebe recht ordentlich.“

Dagegen sorgte die Diskussion um die Zukunft der Dieselfahrzeuge für Ärger und geht ins Geld. Deutlich längere Standzeiten machen den Betrieben zu schaffen. Und über allem schwebt das Damoklesschwert der Fahrverbote: Kommen sie oder kommen sie nicht? Die blaue Plakette könnte für viele Fahrzeuge das „Aus“ bedeuten. Denn über 70 Prozent der Diesel und rund 20 Prozent der Benziner erfüllen im Innungsbereich Bruchsal die Anforderungen nicht. „Da bleibt nur die Nachrüstung“, konstatierte Leicht. Und für die gebe es keine gesetzliche Regelung.

Dabei betrifft die Autohäuser und Werkstätten zwar die Diskussion um den Diesel, aber von deren Ursache sind sie eigentlich nicht betroffen. Denn der Ballungsraum Karlsruhe, in dem die Innung liegt, hat laut Landesamt für Umweltschutz mit der Luftqualität kein Problem und daher auch keine Umweltzone. Aber wenn Autofahrer in Städte mit Umweltzone einfahren wollen, haben sie mit alten Fahrzeugen Probleme.

„Der Kunde mit einem Euro-4-Familienauto wartet mit dem Neukauf auf den bezahlbaren Euro-6-Diesel“, ist Leicht überzeugt. Schließlich ist die Zukunft der Antriebstechnologie noch offen.

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