Kfz-Innung Schwaben investiert in Zukunft

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Um den Mitgliedern den optimalen Service zu bieten, modernisiert die Kfz-Innung Schwaben ihre Verwaltung. Das geht mit der einen oder anderen Herausforderung einher.

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Alois Huber, Obermeister der Kfz-Innung Schwaben.
Alois Huber, Obermeister der Kfz-Innung Schwaben.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Nachdem die Kfz-Innung Schwaben in den vergangenen Jahren in ihr Bildungszentrums investiert hat, will sie nun die Verwaltung modernisieren. Der Vorstand plane für die Neuausrichtung der IT-Technik in der Verwaltung eine sechsstellige Summe im Haushalt ein, teilte die Kfz-Innung im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung mit. Mit ein paar neuen Notebooks sei es in diesem Fall nicht getan. IT-Lösungen für einen Sonderfall, wie es die Kfz-Innung Schwaben nun mal ist, sind teuer und nicht von der Stange zu haben. Kein Softwarehaus konnte im Vorfeld eine solide Schätzung der Kosten aufstellen. Also hat jedes Vorstandsmitglied seine eigenen betrieblichen Erfahrungen eingebracht und auf die Innung hochgerechnet.

Obermeister Alois Huber sprach von einem Rekordjahr 2017 der Innungsbetriebe. Werkstätten und Handelsbetriebe hätten damit eine solide Basis, den Umbau in der Branche zu bewältigen. Daran hat auch die nach wie vor schwelende Dieselkrise nichts geändert. Der Obermeister warnt die Betriebe, zu viel Hoffnung auf die betroffenen Hersteller zu setzen. Egal, wie sehr sich ein Betrieb im Rahmen der Dieselkrise für die Marke eingesetzt hat. „Rechnen sie nicht mit einem Dankeschön“, warnt der Obermeister. Dankbarkeit scheine für die Hersteller eher ein Fremdwort. Sie würden ihren eigenen Weg verfolgen und wollten am liebsten nur noch im Internet verkaufen. Das ist aber aus Hubers Sicht nicht möglich, denn „eine Marke lebt nur in den Autohäusern".

Der Vorteil des stationären Handels gegenüber dem Internet ist der direkte Kundenkontakt. Entsprechend sei das Kapital die Wertschätzung und der solide Umgang mit Kunden, machte Huber deutlich. „Wir zeigen dem Kunden die reparaturbedürftigen Teile seines Autos.“ Es komme im stationären Handel auf das menschliche Miteinander an. Damit hätten Werkstätten und Handelsbetriebe eine gute Chance im geänderten Markt.

Dem auch in Schwaben allgegenwärtigen Fachkräftemangel begegnet Huber mit dem einfachen Mittel: „Es hilft nur ausbilden.“ Nach wie vor steigern die Innungsbetriebe ihre Ausbildungsleistung von Jahr zu Jahr. Dennoch bliebt der Anteil der Azubis, die nach der Lehre die Branche verlassen, unverändert hoch. Matthias Pfau, Technischer Betriebsberater des Landesverbandes Bayern, rät den Betrieben frühzeitig mit ihren Auszubildenden über die Zukunftsvorstellungen zu sprechen. „Zwei Tage vor der Prüfung reicht nicht.“ Aus Umfragen weiß der Verband: Geld ist nicht der einzige Grund für einen Wechsel vom Handwerk in die Industrie. Eine abwechslungsreiche Arbeit und ein gutes Betriebsklima sind vielen jungen Menschen genauso wichtig.

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