Kfz-Insolvenzen sinken binnen Jahresfrist um ein Sechstel

Verbesserung im Handel wie im Service

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Pleiten im deutschen Kfz-Gewerbe ist im vergangenen Jahr nochmals deutlich gesunken. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Übersicht des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht, mussten 2016 insgesamt 584 Betriebe aller Tätigkeitsbereiche ihre Zahlungsunfähigkeit erklären. Das waren 16,6 Prozent weniger als im Gesamtjahr 2015, als noch 700 Betriebe vor dem Aus standen.

Damit hat die finanzielle Stabilität der Branche weiter zugenommen. Im Jahr 2014 waren noch 771 Unternehmen betroffen. Damit ist die Entwicklung seit sechs Jahren rückläufig. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 zählten die Statistiker mehr als doppelt so viele Pleiten wie im vergangenen Jahr, nämlich 1.272 Fälle.

Insolvenzen im Kfz-Gewerbe


Entwicklung in den verschiedenen Geschäftsfeldern
Geschäftsfeld Insolvenzen
2016
Insolvenzen
2015
Veränderung
(in %)
Kfz-Handel 255 293 -13,0 %
davon      
Pkw-Handel 238 272 -12,5 %
Nfz-Handel 17 21 -19,0 %
Kfz-Service 226 267 -15,4 %
davon      
Werkstätten 176 220 -20,0 %
Waschanlagen 27 31 -12,9 %
Lackierereien 23 16 +43,8 %
Teilehandel 78 113 -31,0 %
Motorrad 25 27 -7,4 %
Gesamt 584 700 -16,6 %

Quelle: Destatis

Mit dem Rückgang der Fallzahlen hat sich die Situation im Kfz-Gewerbe dabei nochmals deutlich besser entwickelt als in der deutschen Gesamtwirtschaft. Über alle Wirtschaftszweige hinweg wurden 21.518 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das entspricht einem Rückgang um 6,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2015.

Im Kfz-Gewerbe waren laut der Statistik im vergangenen Jahr 1.497 Arbeitnehmer von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf 204,9 Millionen Euro. Von den 584 Verfahren wurden 168 mangels Masse abgewiesen.

Verbesserung in vielen Teilbereichen

Von der relativen finanziellen Stabilität in der Branche profitierten Handel und Service gleichermaßen. Laut Destatis ging im vergangenen Jahr 255 Handelsbetrieben das Geld aus. Das waren 13 Prozent weniger als im Jahr zuvor (272 Fälle) – die Entwicklung betraf dabei Pkw- und Nfz-Betriebe gleichermaßen.

Etwas differenzierter ist das Bild im Service. Vor allem in der Gruppe der klassischen Werkstätten machte sich die weiterhin gute Wirtschafts- und Auftragslage bemerkbar. 176 Insolvenzen waren in dieser Betriebsgruppe zu verbuchen. Das sind 44 Fälle oder 20 Prozent weniger als noch vor Jahresfrist. Dagegen hat sich die Lage der Lackierbetriebe verschlechtert. Hier stieg die Zahl der Pleiten von 16 auf 23.

Den deutlichsten Rückgang der Insolvenzzahlen weist das Destatis aber für die Gruppe der Teile- und Zubehörhändler aus. In diesem Branchensegment mussten zuletzt noch 78 Unternehmen ihre Türen endgültig schließen. Im Jahr zuvor waren es noch 113 Betriebe gewesen (-31 %).

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