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Kfz-Schiedsstellen hatten 2012 weniger zu tun

Redakteur: Gerd Steiler

Die Zahl der Kundenbeschwerden bei den bundesweit 130 Kfz-Schiedsstellen ist im Vorjahr deutlich gesunken. 2012 gab es insgesamt 9.944 Verfahren.

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Schlichten statt Richten: Zur Klärung von Unstimmigkeiten stehen bundesweit 130 Kfz-Schiedsstellen bereit.
Schlichten statt Richten: Zur Klärung von Unstimmigkeiten stehen bundesweit 130 Kfz-Schiedsstellen bereit.
(Foto: ZDK/Pro Motor)

Die Zahl der Kundenbeschwerden bei den bundesweit 130 Kfz-Schiedsstellen ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Laut ZDK-Schiedsstellenbilanz gingen im Jahr 2012 insgesamt 9.944 Anträge von Werkstattkunden und Gebrauchtwagenkäufern bei den Schiedsstellen ein. Das waren 2.109 Anträge oder 17,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor (2011: 12.053). Hiervon seien 8.783 Anträge und damit 88 Prozent der Eingaben bereits im Vorverfahren geregelt worden, heißt es.

„Es ist erfreulich, dass es offenbar immer weniger Anlass für die Kunden der Kfz-Innungsbetriebe gibt, unsere Schiedsstellen anzurufen“, reagierte ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz in einer Mitteilung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) auf dieses Ergebnis. Im Verhältnis zu den 74,3 Millionen Wartungs- und Reparaturaufträgen, die im vergangenen Jahr im Kfz-Gewerbe abgearbeitet wurden, sei die Reklamationsquote mit 0,01 Prozent „verschwindend gering“.

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Hauptgründe: Rechnungshöhe und technische Mängel

Lediglich 1.161 Verfahren (11,7 Prozent) und damit nochmals 85 weniger als im Vorjahr gelangten laut Mitteilung vor eine Schiedskommission. Davon wurden 492 Verfahren (42,4 Prozent) durch einen Vergleich beendet. In 200 Fällen (17,2 Prozent) entschied die Kommission für den Antragsteller, in 273 Fällen (23,5 Prozent) ging das Verfahren zugunsten der Werkstatt beziehungsweise des Gebrauchtwagenhändlers aus. Die restlichen Verfahren waren zum Ende des Berichtsjahres 2012 noch nicht abgeschlossen.

Im Bereich Reparatur und Wartung gingen im Jahr 2012 insgesamt 8.138 Anträge bei den Schiedskommissionen ein (2011: 10.090), das sind rund 82 Prozent aller Anträge. Häufigste Gründe für Kundenbeschwerden waren nach Angaben des ZDK die „Rechnungshöhe“ mit 3.794 Fällen, „unsachgemäße Arbeiten“ in 3.435 Fällen sowie „nicht in Auftrag gegebene und trotzdem durchgeführte Arbeiten“, die in 2.880 Fällen bemängelt wurden.

Die Gebrauchtwagen-Schiedsstellen wurden den Angaben zufolge im Jahr 2012 insgesamt 1.806 mal angerufen (2011: 1.963). Als weitaus dominierenden Hauptgrund nannten die Gebrauchtwagen-Kunden laut ZDK in 1.382 Fällen „technische Mängel". Bei 243 Anträgen führten die Kunden „Unfallschäden" und in 41 Fällen eine „fehlerhafte Gesamtfahrleistung" an.

Koblitz: „Aktiver Verbraucherschutz“

„Wir sind sehr froh, in den Kfz-Schiedsstellen ein anerkanntes Instrument des aktiven Verbraucherschutzes im Kfz-Gewerbe zu haben“, so Koblitz weiter. „Sie leisten einen wirksamen Beitrag zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Autofahrern und Kfz-Betrieben.“

Ein wesentlicher Grund für die hohe Akzeptanz der für den Kunden kostenlosen Schiedsstellenverfahren sei die ausgewiesene fachliche Kompetenz der jeweiligen Schiedsstellen-Kommission. Ihr gehören der zum Richteramt befähigte Vorsitzende sowie je ein Vertreter des Kfz-Gewerbes, des ADAC, ein öffentlich bestellter und vereidigter Kfz-Sachverständiger der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) und gegebenenfalls der Sachverständige einer anerkannten Prüforganisation an. Dadurch fänden sowohl die Handwerks- als auch Verbraucherinteressen gleichermaßen Berücksichtigung.

„Die DAT als neutrale und unabhängige Organisation unterstützt die Arbeit der Schiedsstellen seit vielen Jahren. Wir freuen uns, wenn die DAT-Sachverständigen mit ihrer Kompetenz dazu beitragen können, die Kundenzufriedenheit zu steigern“, ergänzt Karsten Riegraf, verantwortlich für das Sachverständigenwesen der DAT.

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