Kfz-Schleswig-Holstein: Autohäuser sollen öffnen

Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Die Autohandel müsse wieder jetzt wieder geöffnet werden, fordert der Kfz-Landesverband Schleswig-Holstein. Beim Fahrzeugverkauf bestehe kaum Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus, aber der Schaden für die Unternehmen sei immens, wenn die Türen weiter geschlossen blieben.

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Jan-Niklas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes Schleswig-Holstein des Kfz-Gewerbes, fordert die Landesregierung auf, die Autohäuser wieder zu öffnen.
Jan-Niklas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes Schleswig-Holstein des Kfz-Gewerbes, fordert die Landesregierung auf, die Autohäuser wieder zu öffnen.
(Bild: Zietz / »kfz-betrieb«)

„Wir halten es für angemessen, schrittweise in die Normalität zurückzukehren und deshalb als einen ersten Schritt die Öffnung von Autohäusern wieder zu erlauben“, sagt Nina Eskildsen, Präsidentin des Verbandes des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein. Wie in vielen anderen Bundesländern auch, sind in Schleswig-Holstein seit drei Wochen die Autohäuser inklusive der Außenflächen geschlossen. Im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern und in Thüringen bleiben die Autohäuser hingegen geöffnet.

Eskildsen fordert, die Autohäuser in Schleswig-Holstein unter Beachtung der gebotenen Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen ebenfalls wieder zu öffnen, auch weil die Situation im Autohandel anders sei als in vielen anderen Einzelhandelsbereichen. Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Verbandes argumentiert, dass „im Autohandel die Verkaufsräume überproportional groß sind. Die Autohäuser stellen auf vielen 100 Quadratmetern, teilweise sogar auf deutlich über 1.000 Quadratmetern ihre Fahrzeuge aus“.

Gefahr des direkten Kontakts wird als gering eingeschätzt

Schon allein deshalb sei die Gefahr des direkten Kontaktes zwischen Kunden und Verkäufern deutlich geringer als im normalen Einzelhandel, auch weil es viel weniger Laufkundschaft gebe. Baulich verfügten die meisten Autohäuser über hohe Decken und entsprechenden großem Luftraum, was eine Ansteckungsgefahr weiter verringere. Das alles ermögliche problemlos, Kunden trotz der Corona-Krise im Autohaus zu bedienen. Auf den Freiluftflächen im Autohandel sei das Ansteckungsrisiko gar noch kleiner.

„Besonders schmerzhaft ist für uns, dass wir jetzt so eingeschränkt sind, obwohl die Monate März, April, Mai die verkaufsstärksten im Autohandel sind“, so Eskildsen. Dabei sei doch bekannt, wie kapitalintensiv der Autohandel sei. Neu- und Gebrauchtwagen seien teuer und von den Autohäusern finanziert, so Sontag. Blieben die Autohäuser länger geschlossen und die Händler auf den Fahrzeugen sitzen, steige die Insolvenzgefahr erheblich. „Hier muss seitens der Politik dringend gegengesteuert werden. Sonst ist eine nicht wieder schnell aufholbare Schieflage des Kfz-Gewerbes zu erwarten, die viele Mittel staatlicher Hilfsfonds binden würde“, meint Sontag abschließend.

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