Kfz-Steuerdiskussion kostet Milliardenumsatz

Mehrheit hält derzeitige Regelung für ungerecht

15.12.2008 | Redakteur: Andreas Grimm

Der Staat rätselt, wie er den Schadstoffausstoß besteuern soll - die Käufer rätseln mit und schieben den Kauf immmer wieder auf.
Der Staat rätselt, wie er den Schadstoffausstoß besteuern soll - die Käufer rätseln mit und schieben den Kauf immmer wieder auf.

Das Hickhack um die Neuregelung der Kfz-Steuer bringt das Kfz-Gewerbe um Milliardenumsätze. Laut einer Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von Mobile.de haben 7,5 Prozent der Kaufinteressenten den Neuerwerb eines Fahrzeugs wegen der unsicheren Steuerlage nach hinten verschoben.

Der Studie zufolge lassen sich Männer von der aktuellen Steuer-Diskussion stärker beeindrucken als Frauen. 9,5 Prozent haben den Kauf eines Autos deswegen auf die Zeit nach der Finalisierung der Kfz-Steuerregelung verschoben. Bei den Frauen haben diese Konsequenz nur 5,2 Prozent gezogen. Singles schieben einen Kauf ebenfalls länger vor sich (11,2 Prozent) her als Familien. Unter den Entscheidern in Haushalten mit vier Personen und mehr haben nur 4,6 Prozent den Kauf verschoben.

Umsatzverlust von 8,5 Milliarden Euro

Nimmt man die Verkäufe des vergangenen Jahres, summiert sich die zögerliche Haltung der Konsumenten auf 508.000 verschobene Autokäufe. Das entspricht laut Mobile.de einem Umsatzschaden für den kfz-Handel von 8,5 Milliarden Euro für dieses Jahr.

Als Berechnungsgrundlage hat Mobile.de die Daten des DAT-Reports herangezogen und setzt für die etwa sechs Millionen Besitzumschreibungen einen einen Durchschnittspreis von 8.400 Euro an, für die gut drei Millionen Neufahrzeuge einen Wert von knapp 26.000 Euro. Gegengerechnet wurden die 1,2 Prozent der Autokäufer, die der TNS-Umfrage zufolge ihren Autokauf wegen der Kfz-Steuerdiskussion vorgezogen haben.

Geltende Besteuerungsgundlage ungerecht

Dabei ist eine grundlegende Kfz-Steuerreform nicht nur aus ökologischen Gründen sinnvoll. 53 Prozent aller deutschen Autofahrer finden die aktuelle Kfz-Steuerregelung ungerecht, da der Kauf hubraumstarker Neufahrzeuge nach der aktuell gültigen Regelung einen höheren Betrag an Steuern spart als der Kauf umweltfreundlicher Kleinwagen. Besonders der Westen Deutschlands ist gegen die aktuelle Kfz-Steuerregelung. Diese halten hier 56,1 Prozent der Autofahrer für ungerecht. Im Osten der Republik sagen das nur 39 Prozent.

Keine Mehrheit erbrachte dagegen die Frage, auf welcher Grundlage die Steuer im Idealfall bemessen werden soll. Für 31,9 Prozent wäre die Steuerbemessung anhand des CO2-Ausstoßes am sinnvollsten. Immerhin 28,6 Prozent finden, die Steuer sollte vollständig in den Treibstoffkosten enthalten sein, und 14,3 Prozent halten die aktuelle Steuerbemessung anhand des Hubraums für optimal.

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