Kfz-Versicherung: Telematik-Tarife auf dem Rückmarsch

Wenig Nachfrage, noch weniger Angebote

| Autor: Jakob Schreiner

(Bild: BMW)

Dass sich Angebot und Nachfrage gegenseitig beeinflussen, dürfte als Binsenweisheit gelten. Wer im Falle der sogenannten Telematik-Tarife wen beeinflusst, ist unklar. Klar ist aber, dass deutschlandweit bei den größten Versicherern gerade mal rund 150.000 Kunden auf die günstigeren Tarife zurückgreifen und auch, dass es nur noch elf Versicherer mit entsprechenden Angeboten gibt. Im vergangenen Jahr waren es noch 14 gewesen, wie der Verbraucher-Ratgeber Finanztip am Mittwoch berichtet hat.

Laut der Meldung liege das vor allem daran, dass sich „die meisten Telematik-Angebote ausschließlich an junge Fahranfänger“ richteten, was den Kundenkreis stark einschränke. Hauptzweck sei die Reduzierung der Unfallzahlen, da junge Fahrer überdurchschnittlich hohe Schäden verursachen. Bei den um bis zu 30 Prozent reduzierten Tarifen sammelt und analysiert die Versicherung Daten über das Fahrverhalten und belohnt umsichtiges Fahren.

Ebenfalls bremse der anhaltende Streit um die Datenhoheit zwischen Versicherung und Hersteller eine „umfassende Marktdurchdringung“ nach wie vor aus, heißt es weiter. Als Musterland in Sachen Telematik gelte Italien. Dort werde in mehr als 7 Millionen Fahrzeugen die Fahrweise ausgewertet.

HUK-Coburg hat Daten von 35.000 Fahrzeugen ausgewertet

Was mit den so gesammelten Daten noch angestellt werden kann, zeigt eine Auswertung der HUK-Coburg, die 25 Millionen Fahrten mit einer Gesamtfahrstrecke von 273 Millionen Kilometer von 35.000 Fahrzeugen analysiert hat.

So bestätigt der Kfz-Versicherer in der Analyse, dass die kürzere Reichweite von E-Autos kein Hindernis für deren Alltagstauglichkeit sei. Denn die meisten Fahrer legen sehr viel kürzere Strecken als die durchschnittlichen 250 Kilometer Reichweite aktueller E-Autos zurück.

Knapp die Hälfte der Autos – 47 Prozent – wurde über den achtmonatigen Untersuchungszeitraum von Januar bis August an keinem Tag weiter als 250 Kilometer gefahren. E-Autos kämen damit nach Einschätzung des Unternehmens ohne Nachladen aus. Bei den übrigen Wagen machten Langstrecken lediglich ein Prozent der Fahrten aus.

Relevanz der Daten für Schaden- und Servicesteuerung

Die von den Versicherern und von den Automobilherstellern gesammelten Daten können aber auch zur Schaden- und Servicesteuerung genutzt werden. Gerade die Servicesteuerung kann den Aftermarket nachhaltig verändern. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch die diesjährige Fachtagung für Freie Werkstätten. Mehr Informationen zum Programm und zur Fachtagung am 20. Oktober 2018 im Würzburger Vogel Convention Center gibt es unter www.freie-service.de.

HUK-Autoservice: Wohin steuert das Servicegeschäft?

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05.10.18 - Die Steuerung von Unfallschäden in ihren Partnerwerkstätten hat den Versicherern Appetit gemacht – und nun wollen sie mehr. HUK-Autoservice-Geschäftsführer Bernd Holzinger berichtet auf der Fachtagung für freie Werkstätten über den aktuellen Stand und die Pläne des Versicherers. lesen

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