Suchen
+

Kfz-Versicherungen: Neue Konzepte gesucht

Autor / Redakteur: Dr. Frank Stenner / Joachim von Maltzan

Die Kfz-Versicherung ist die klassische Eintrittskarte der Versicherungskonzerne für das Geschäft mit den Endkunden. Rückläufige Schadenquoten bedrohen allerdings das bisherige Geschäftsmodell. Die Branche sucht nach Auswegen.

(© Kurhan - Fotolia)

Die Kfz-Versicherung ist für die Versicherungsunternehmen seit Jahrzehnten nicht nur der Türöffner zum Endkundengeschäft, sondern auch ein wesentlicher Ertragsbringer. Sie stellt zudem mit Abstand die größte Sparte bei den deutschen Schaden- und Unfallversicherern dar. Eine hohe Bedeutung hat dabei das Direktgeschäft mit dem privaten Endkunden. Im Jahr 2015 betrugen die Bruttoeinnahmen der Konzerne aus diesem Geschäftsbereich allein 25 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 39 Prozent. Die Kfz-Haftpflichtversicherung wiederum dominiert mit einem Anteil von knapp 60 Prozent das Geschehen im Kfz-Versicherungsgeschäft.

Mit einem Marktanteil von 14,3 bzw. 13,7 Prozent am gesamten Prämienvolumen sind Allianz und HUK-Coburg klare Marktführer. Allerdings liegt die HUK-Coburg mit 10,7 Millionen versicherten Fahrzeugen deutlich vor der Allianz (8,3 Millionen Fahrzeuge). Der überbesetzte Markt ist hart umkämpft: 96 Versicherer (Mitglieder des GDV mit einer Marktabedeckung von über 90 Prozent) wetteifern um den Kunden. Dieser hat eine Reihe von Sonderkündigungsrechten, wie etwa bei Beitragserhöhungen oder im Schadenfall. Aber er kann auch zum Ende eines jeden Versicherungsjahres seinen Versicherer wechseln, um ein günstigeres Angebot in Anspruch zu nehmen. Zum Jahresende 2014 nutzten rund 2,18 Millionen Autofahrer diese Möglichkeit.