KI: Retter oder Zerstörer?

Wenn es nach bestimmten Schadensteuerern geht, sollen künftig Fahrzeughalter Bilder von den Unfallschäden machen. Mittels künstlicher Intelligenz soll damit die Schadenhöhe kalkuliert werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Gutachter.

| Autor: Holger Schweitzer, Jan Rosenow

(Bild: © Laymanzoom - stock.adobe.com)

Mit dem Smartphone hat jeder Verbraucher eine derart leistungsfähige Kombination aus Sensoren, Computer und Funkgerät in der Hosentasche, dass Raketentechniker früherer Jahrzehnte ihren rechten Arm dafür hergegeben hätten. Moderne Telefone können so viel, dass sich auch ihre Nutzer fast schon allmächtig fühlen. Das belegt beispielsweise eine Befragung der Deutschen Automobiltreuhand im DAT-Report 2020: Über 50 Prozent der Befragten trauen es sich zu, mit dem Smartphone eine aussagekräftige Fotodokumentation ihres Unfallschadens aufzunehmen und per App an ihre Versicherung zu senden. Verbraucher unter 30 Jahren waren sogar zu 64 Prozent dieser Auffassung.

Die DAT stellte diese Frage natürlich nicht ohne Grund. Mehrere Player auf dem Markt, darunter der Rechnungsprüfer Control Expert, sind auf diesem Gebiet bereits aktiv. Bei den Bildern allein lassen sie es nicht bewenden: Auswerte-Algorithmen sollen künftig allein aus den Bildern die Schadenhöhe errechnen und auf diese Weise den Kfz-Gutachter überflüssig machen.

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