Kia-Händlerverband: „Die Marge sollte kalkulierbar sein“

Autor: Andreas Wehner

Verbandsvorsitzender Dirk Riemann forderte eine verlässliche Planung für die Kia-Partner. Diese werde unter anderem durch das aktuelle Vertriebsprogramm und margenrelevante Kundenzufriedenheitsziele erschwert.

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(Foto: Wehner)

Das zum Jahresbeginn eingeführte neue Vertriebsprogramm beschäftigt die Kia-Händler noch immer. Nach Ansicht des Händlerverbands ist die Neuregelung ein wichtiger Grund für das im Vergleich zum Gesamtmarkt schlechte Abschneiden von Kia bei den Neuzulassungen in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Inzwischen habe der Importeur allerdings an der einen oder anderen Stelle nachgebessert, sagte Verbandsvorsitzender Dirk Riemann am Wochenende auf der Jahreshauptversammlung in Hamburg.

Im ersten Quartal 2014 wurden 12.660 Kia-Fahrzeuge neu registriert, 4,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum wuchs der Gesamtmarkt in Deutschland um 5,6 Prozent. Erst im April legte Kia wieder zu, während die Neuzulassungen insgesamt rückläufig waren.

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Trotz der Trendwende sei das Programm noch nicht zufriedenstellend. In diesem Zusammenhang kritisierte der Verbandschef auch die Jahreszielvereinbarungen, die aus Sicht der Händler in vielen Fällen „alles andere als moderat“ erhöht worden seien. Verbandsgeschäftsführer Dietrich Asche wies auf die Möglichkeit eines Schlichtungsverfahrens hin, falls sich ein Händler mit dem Importeur nicht auf ein Ziel einigen kann.

Infrage stellte Riemann das Thema Kundenzufriedenheit als Margenelement. Viele der abgefragten Aspekte lägen nicht in der Hand des Handels. „Unsere Forderung bleibt, dass Kundenzufriedenheit nicht margenrelevant sein darf“, sagte Riemann. Diese Forderung unterstützte Rechtsanwalt Sven Köhnen von der Kölner Kanzlei Graf von Westphalen und Partner. Seiner Ansicht nach reiche es nach den derzeit gültigen vertraglichen Regelungen aus, am Kundenzufriedenheitsprogramm teilzunehmen. Eine Erfüllung bestimmter Ziele bei den Befragungen sei nicht Voraussetzung für die Auszahlung dieses Margenbestandteils. Der Importeur sieht das jedoch anders.

Händlerrendite muss besser werden

Im Mittelpunkt des Händlerinteresses stehe, Geld zu verdienen, sagte Riemann. Laut Händlerbetriebsvergleich habe die durchschnittliche Rendite im Kia-Netz im vergangenen Jahr bei 1,1 Prozent gelegen. „Das ist unter dem Branchendurchschnitt. Und die Tendenz geht nach unten“, erläuterte der Verbandschef. Das müsse sich ändern. Am wichtigsten sei dabei eine verlässliche Planung für die Kia-Partner. „Die Händlermarge sollte kalkulierbar sein und darf nicht von Faktoren abhängen, die wir nur indirekt beeinflussen können“, sagte Riemann. Man sei aber zuversichtlich, dass man in den Arbeitskreisen eine für beide Seiten akzeptable Regelung für die Zukunft finden könne.

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«