Kia Picanto: Sieht gut aus und kann was

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Vera Scheid

Mit ihrem A-Segment-Modell zeigen die Koreaner, dass sie nicht nur schöne Autos bauen können, sondern auch technische Highlights zu bieten haben. Der neue Kia Picanto steht ab Mai bei den Händlern.

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Die koreanischen Autobauer sind auf dem Vormarsch. Nicht nur in der Absatzstatistik hat der Hyundai-Kia-Konzern in den letzten Jahren Boden gut gemacht. Auch die Autos sind inzwischen in jeder Hinsicht konkurrenzfähig. Bei jedem Modellwechsel zeigen die Koreaner erneut, wie schnell sie zu Veränderungen in der Lage sind. Mit dem neuen Picanto hat Kia einen weiteren großen Schritt nach vorne gemacht. Optisch ansprechend, im Innenraum wertig und mit sparsamen Motoren kommt die zweite Generation des Cityflitzers im Mai auf den Markt.

Kia verspricht sich viel von seinem neuen A-Segment-Modell. „Im ersten vollen Verkaufsjahr wollen wir 15.000 Einheiten verkaufen“, sagte der Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland, Martin van Vugt, am Dienstag bei der Vorstellung Modells in der Nähe von Barcelona. In diesem Jahr sollen es mindestens 5.000 sein. „Das hat vor allem produktionstechnische Gründe. Wenn wir mehr Fahrzeuge bekommen sollten, können wir auch 7.500 schaffen“, so van Vugt.

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Der Picanto wird mit drei Motoren aus der neu entwickelten Kappa-Baureihe der Koreaner bestellbar sein. Basis ist ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 51 kW/69 PS. Er verbraucht 4,2 Liter Super auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 99 g/km). Mit dem Start-Stopp-System ISG reduziert sich dieser Wert auf 4,1 Liter (CO2-Ausstoß: 95 g/km). Der kräftigere 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner leistet 63 kW/85 PS und hat einen Normverbrauch von 4,7 Litern ohne ISG beziehungsweise 4,5 Litern mit ISG (CO2-Ausstoß: 109/106 g/km).

Quasi-monovalentes LPG-Fahrzeug im Sommer

Im Spätsommer bringt Kia im Picanto zudem erstmals einen quasi-monovalenten LPG-Antrieb. Neben einem 35-Liter-Flüssiggastank verfügt diese Variante über einen 10 Liter großen Benzintank, mit dem der Fahrer etwa 150 Kilometer zurücklegen kann, sollte er keine Flüssiggastankstelle finden. So angetrieben kommt der Picanto bei einem Verbrauch von 5,6 Litern Flüssiggas pro 100 Kilometer auf einen CO2-Ausstoß von 90 Gramm pro Kilometer.

Ebenfalls im Sommer ist der Picanto zusätzlich zur fünftürigen Variante auch als Dreitürer erhältlich. Bei ihm betont Kia die Dynamik des Modells durch veränderte Stoßfänger und hochgezogene hintere Seitenscheiben. Diese Version des Picanto ist ausschließlich in Europa bestellbar.

Auf Seite 2: In vielerlei Hinsicht gewachsen

Kia hat den Cityflitzer um sechs Zentimeter auf nun 3,60 Meter verlängert. Der Radstand wuchs im Vergleich zum Vorgänger um 1,5 Zentimeter. Damit schufen die Entwickler mehr Platz im Innenraum und steigerten gleichzeitig das Kofferraumvolumen um 27 Prozent auf 200 Liter. Bei umgeklappter Rücksitzbank ist der Gepäckraum 870 Liter groß.

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Im Picanto wollten die Kia-Entwickler eine hochwertige Ausstattung und Anmutung mit einem günstigen Kleinwagen kombinieren. Immer mehr Kunden schlössen sich dem Trend an, auf kleinere Autos umzusteigen, erläutert Benny Oeyen, Vice President Marketing & Product Planning bei Kia Motors Europe.

Gleichzeitig erwarteten diese so genannten Downsizing-Kunden dann aber auch einen gewissen Luxus, den sie von ihren bisherigen, größeren Fahrzeugen gewohnt waren. „Wir schließen mit dem Picanto die Lücke zwischen dem Bedarf nach einem Kleinwagen und dem Bedarf nach Luxus“, sagte Oeyen

Berganfahrassistent und beheizbare Sitze

Tatsächlich finden sich in dem Cityflitzer Ausstattungsmerkmale, die man eher von höheren Klassen kennt – wenn auch teilweise in der gehobenen Variante oder gegen Aufpreis. Zu diesen Features zählen beheizbare Sitze, ein Berganfahrassistent oder elektrisch anklappbare Seitenspiegel.

In der Basisausstattung für 8.990 Euro ist der Picanto allerdings recht nackt. Selbst das CD-Radio müssen die Kunden extra bezahlen. Picanto-Käufer, die sparsam fahren wollen, dürfen zudem nicht sparsam mit ihrem Geld umgehen: Das Start-Stopp-System ISG gibt es optional nur für die Top-Ausstattungslinie „Vision“ (ab 11.990 Euro) und nur im Paket mit Klimaautomatik, Sitzheizung, Dämmerungssensor und Nebelscheinwerfern – für insgesamt 760 Euro Aufpreis.

Nimmt man außerdem noch Metallic-Lack dazu und ordert den Fünftürer mit 1,2-Liter-Motor, kostet der dann komplett ausgestattete Kleinwagen 13.940 Euro.

Auf Seite 3: Fahreindrücke

Beim Picanto zeigt sich einmal mehr, dass die Verpflichtung von Peter Schreyer als Designchef ein Glücksgriff für Kia war. Der Cityflitzer braucht sich optisch nicht vor europäischen Konkurrenzprodukten zu verstecken. Im Vergleich zum Vorgänger mit den Kulleraugen kommt der neue Picanto deutlich maskuliner daher – und vor allem dynamischer und sportlicher.

Das gilt allerdings nicht nur für die Optik. Das Fahrwerk ist immerhin so straff, dass auch flottere Kurvenfahrten Spaß machen – vor allem in Verbindung mit dem kräftigeren 1,2-Liter-Motor taugt der Picanto für den Wochenendausflug.

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Aber auch bereits mit der Basismotorisierung ist vor allem der urbane Käufer gut bedient. Für die Stadt und das gelegentliche Mitschwimmen auf der Autobahn ist genügend Kraft vorhanden – vorausgesetzt die Schaltfaulheit ist nicht allzu groß. Dafür gibt es aber eigentlich auch keinen Grund. Die Schaltung ist leichtgängig und ausreichend präzise. Das hat man bei der Konkurrenz schon deutlich schlechter gesehen.

Marktstart am 7. Mai

Die offizielle Vorstellung für die Händler findet am 30. April statt. Die Kia-Partner können dabei ihren ersten Vorführwagen selbst in der Frankfurter Kia-Zentrale abholen. Am 7. Mai startet die Markteinführungsphase, in der die Händler mit verschiedenen Aktionen wie einem Tag der offenen Tür die Kunden ins Autohaus locken werden.

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