Kia Rio: Auf dem Weg zum Bestseller

Autor Andreas Wehner

Kia tritt ab 2017 mit dem neuen Rio gegen Polo, Corsa & Co. an. Er soll europaweit für ein Fünftel der Verkäufe des koreanischen Fabrikats gut sein.

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Der neue Kia Rio ist ab dem ersten Quartal 2017 erhältlich.
Der neue Kia Rio ist ab dem ersten Quartal 2017 erhältlich.
(Bild: Kia)

Kia tritt aufs Gaspedal. Der koreanische Autobauer will in diesem Jahr in Europa 430.000 Fahrzeuge verkaufen, wie Kia-Europachef Michael Cole am Donnerstag in Frankfurt ankündigte. Spätestens im übernächsten Jahr nimmt der Hersteller die halbe Million ins Visier. Seinen Beitrag dazu soll der neue Kia Rio leisten, den die Koreaner jetzt vorgestellt haben.

Cole rechnet damit, dass das B-Segment-Fahrzeug auf dem europäischen Markt im ersten vollen Verkaufsjahr mehr als 100.000 Käufer finden wird. Damit wäre er für rund 20 Prozent der Verkäufe der Koreaner gut und würde zu den Europa-Bestsellern der Marke – Kia Sportage und Kia Ceed – aufschließen.

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Das neue Modell wird im Werk Sohari in Korea produziert und kommt sowohl in Europa als auch weltweit im ersten Quartal 2017 in den Handel. Seine Messepremiere feiert der Kleinwagen im Oktober auf dem Autosalon in Paris. Ausgewählte Journalisten konnten am Donnerstagabend bereits im Frankfurter Designcenter der Koreaner einen Blick auf das neue Modell werfen.

Der neue Kia Rio ist 15 Millimeter länger und gleichzeitig 5 Millimeter flacher als der Vorgänger. Der Radstand wurde um 10 Millimeter verlängert. Das macht sich beim Platzangebot bemerkbar. Bei einer ersten Sitzprobe erweist sich der Rio als luftig und geräumig. Auch auf der Rückbank kann man bequem sitzen, ohne auf Dauer Knieschmerzen zu bekommen.

Das Cockpit kommt mit recht wenig Schaltern aus. Lediglich das Multifunktionslenkrad wirkt – wie bei den meisten Kia-Modellen – ziemlich überladen. Die Mittelkonsole dominiert – zumindest in den höheren Ausstattungsvarianten – ein bis zu sieben Zoll großes Touchscreen-Display. Das Infotainment-System bindet sowohl Apple- als auch Android-Smartphones ein. Die verwendeten Materialien wirken hochwertig, die Verarbeitung ist gut. Selbst die Türen klingen beim Schließen auffällig satt.

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Unter der Haube kommt unter anderem einer der neuen Downsizing-Motoren zum Einsatz, die der Autobauer im vergangenen Jahr vorgestellt hat. Der Ein-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung ist in zwei Leistungsstufen mit 73 kW/100 PS und 88 kW/120 PS erhältlich. Zudem sind zwei Sauger mit 1,2 und 1,4 Litern Hubraum und 62 kW/84 PS beziehungsweise 73 kW/100 PS im Programm. Darüber hinaus bietet Kia einen 1,4-Liter-Turbodiesel an, der in zwei Varianten mit 52 kW/70 PS und 66 kW/90 PS bestellbar ist.

Erstmals in diesem Segment ist im neuen Rio ein autonomer Notbremsassistent (AEB) mit Fußgängererkennung verbaut. Ein solches System ist Voraussetzung für eine Bewertung mit fünf Sternen beim Euro-NCAP-Crashtest.

Die Preise sind noch nicht bekannt. Das bisherige Modell kostet zum Einstieg etwas unter 11.000 Euro. Es ist davon auszugehen, dass auch der neue Rio ungefähr auf diesem Niveau starten wird.

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