Neue Antriebsvariante Kia sieht für den Sorento Plug-in-Hybrid Potenzial bei Gewerbekunden

Autor: Andreas Wehner

Nach dem Diesel und dem in Sachen Absatz eher wenig relevanten Hybrid legt Kia beim SUV-Flaggschiff Sorento jetzt einen Plug-in-Hybrid nach. Der ist vor allem für Dienstwagenfahrer interessant – und die hatten Kia bislang nicht unbedingt oben auf dem Zettel. Somit bietet der Neue für Kia neue Chancen.

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Die Preisliste des Kia Sorento Plug-in-Hybrid startet bei 53.940 Euro.
Die Preisliste des Kia Sorento Plug-in-Hybrid startet bei 53.940 Euro.
(Bild: Kia)

Kia will mit dem Sorento Plug-in-Hybrid den Absatz seines SUV-Flaggschiffs deutlich nach oben schrauben. Im vergangenen Oktober startete der Sorento in Deutschland als Diesel und Hybrid und mit dem Ziel, die Absatzzahlen der Vorgänger-Generationen zu übertreffen. Für 4.000 Neuzulassungen pro Jahr war das Modell zu seinen erfolgreichsten Zeiten gut.

Laut Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Deutschland, ist Kia dabei auf einem guten Weg. Seit dem Marktstart hat der Importeur bereits knapp 2.700 Einheiten verkauft. „Der begrenzende Faktor ist in diesem Fall die Zahl der Fahrzeuge, die uns zur Verfügung steht“, sagte Cost im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Und mit der jetzt gestarteten Plug-in-Hybrid-Version will Kia noch mehr Druck auf den Kessel bringen. Schließlich soll das Stecker-Modell künftig für nahezu die Hälfte der Sorento-Verkäufe gut sein.

Kia Sorento Plug-in-Hybrid: Neue Antriebsvariante, neue Kunden
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Dabei sind für Cost unter anderem gewerbliche Kunden ein wichtiger Hebel. Durch die Kombination aus Kaufprämie und günstiger Versteuerung sei das Modell für Dienstwagenfahrer besonders attraktiv. „So erreichen wir eine Zielgruppe, die Kia bislang nicht ganz oben auf dem Einkaufszettel hatte“, erläuterte Cost.

Beim Sorento Plug-in-Hybrid kommt verbrennerseitig ein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 132 kW/180 PS zum Einsatz. Dem stellten die Entwickler einen 67 kW/91 PS starken Elektromotor zur Seite, der in die sechsstufige Automatik integriert ist. Die Systemleistung beträgt laut Datenblatt 194 kW/265 PS, das Drehmoment liegt bei 350 Newtonmetern.

Damit schafft es der Sorento Plug-in-Hybrid in 8,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 – selbstverständlich mit vollem Verbrennereinsatz. Rein elektrisches Fahren ist theoretisch bis 140 km/h möglich. Allerdings braucht es dafür einen sehr sanften Gasfuß. Abschalten lässt sich der Verbrenner nämlich nicht.

Es gibt lediglich einen EV-Modus, der bei der Fahrt dem Elektromotor Priorität einräumt. Sobald man das Gaspedal jedoch mehr als zur Hälfte durchdrückt, springt auch in diesem Modus der Benziner automatisch an. Das funktioniert immerhin so leise, dass man es nur an der Nadel des Drehzahlmessers sieht. Hörbar ist der Verbrenner im Innenraum kaum. Den offiziellen kombinierten Verbrauch von 1,6 Litern pro 100 Kilometer realistisch einzuhalten, dürfte jedenfalls nicht leicht sein.

Die 13,8-kWh-Batterie ermöglicht eine theoretische rein elektrische Reichweite von 54 Kilometern nach WLTP. Im reinen Stadtverkehr sind laut Produktchef David Labrosse bis zu 70 Kilometer drin. Geladen wird mit bis zu 3,3 kW. Wer an der heimischen Steckdose Strom tankt, kann den Sorento Plug-in-Hybrid bestenfalls in etwa dreieinhalb Stunden vollladen.

Kaum Platzverlust durch Batterie

Beim Platz müssen Käufer des Sorento Plug-in-Hybrid im Vergleich zum Diesel wenig Einschränkungen hinnehmen. 23 Liter des maximalen Kofferraumvolumens gehen verloren. Bei umgelegter Rückbank stehen also noch 2.077 Liter zur Verfügung, während der Diesel 2.100 Liter bietet. Die Sitzpositionierung ist dagegen gleich, sodass sich die Passagiere über genauso viel Platz freuen können wie beim Diesel.

Lediglich bei der Anhängelast kann der Plug-in-Hybrid nicht mithalten. Während der Diesel 2,5 Tonnen zieht, sind es beim Stecker-Sorento nur 1,5 Tonnen.

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Redakteur Newsdesk Automotive