Kia: Sportlimousine GT zu 95 Prozent sicher

Autor: Andreas Wehner

Benny Oeyen, Marketing- und Produktchef bei Kia, hat mit »kfz-betrieb« über kommende Modelle gesprochen und darüber, wie der Marktanteil in Europa auf drei Prozent gesteigert werden kann.

Firma zum Thema

Benny Oeyen, Vice President Marketing & Product Planning bei Kia Motors Europe.
Benny Oeyen, Vice President Marketing & Product Planning bei Kia Motors Europe.
(Foto: Kia)

Redaktion: Sie haben im vergangenen Jahr europaweit 337.000 Fahrzeuge verkauft und sind damit um 15 Prozent gewachsen – im Gegensatz zum rückläufigen Gesamtmarkt. Wie lautet ihr Fazit des Jahres 2012?

Benny Oeyen: Wir sind zufrieden. Der Gesamtmarkt ist um 7,8 Prozent zurückgegangen. 2011 war ja bereits eine Herausforderung und wir hatten damit gerechnet, dass der europäische Markt sich 2012 in etwa wieder auf dem gleichen Niveau bewegen würde. Leider ging der Markt noch weiter ins Minus. Da konnten wir uns mit 14,6 Prozent Wachstum natürlich gut behaupten. Wir sind 2012 die am schnellsten wachsende Mainstream-Marke gewesen.

Was sind Ihre mittelfristigen Absatzziele für Europa?

Wir sprechen im Moment lieber über Marktanteile als über absolute Zahlen. Wir lagen im vergangenen Jahr bei 2,7 Prozent. Und wir sehen uns mittelfristig bei etwa drei Prozent. Die Frage ist nun: Drei Prozent von was? Der europäische Automarkt liegt normalerweise bei 15, in einem guten Jahr vielleicht auch bei 16 Millionen Neuzulassungen. Im Moment sind wir bei knapp über 12 Millionen. Unsere Prognose ist, dass es in diesem Jahr noch einmal einen leichten Rückgang geben wird, der Markt sich dann aber 2014 stabilisieren und ab 2015 wieder wachsen kann. Optimistisch geschätzt werden wir 2016 bei 14 Millionen Neuzulassungen liegen. Das würde dann für Kia 420.000 verkaufte Autos bedeuten.

Wie lautet ihr Plan für 2013?

Wir wollen in diesem Jahr etwa 340.000 Autos in Europa verkaufen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Wo kommt das Wachstum bei Kia her?

In den letzten Jahren haben wir sehr viele neue Produkte eingeführt und haben damit inzwischen fast 75 Prozent Marktabdeckung erreicht. Basierend auf diesen Produkten haben wir eine klare Strategie, die sich auf drei Säulen stützt: Design, Qualität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Beim Design haben wir Peter Schreyer als Aushängeschild. Und wir gewinnen sehr viele Designpreise, wie erst kürzlich den Red Dot Design Award für die Ceed-Modelle und den Carens. Mit dem Pro-Ceed haben wir sogar die Höchstwertung „best of the best“ erhalten. Unseren Qualitätsanspruch untermauern wir mit unserer siebenjährigen Herstellergarantie. Und schließlich wollen wir ehrliche und planbare Preise haben. Wir sind nicht die Billigsten, aber wir glauben, dass die Kunden sich vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wünschen, dass keine größeren unvorhersehbaren Ausgaben auf sie zukommen. Und mit unserem Garantieangebot können wir da eine gewisse Sicherheit bieten. In Deutschland bieten wir ja derzeit sogar sieben Jahre Wartung an.

Können Sie sich vorstellen, die sieben Jahre Wartung künftig fest anzubieten – auch europaweit?

Seit 1. März 2013 gibt es das siebenjährige kostenlose Kartenupdate für das werkseitig eingebaute Navigationssystem europaweit. Das bietet bislang kein anderer Hersteller. Ob wir die Wartung unbegrenzt auch in Europa anbieten, lassen wir noch offen. Wir müssen zunächst herausfinden, wie die Kunden reagieren und uns dann überlegen, ob das für alle Länder in Frage kommt. Schließlich sind die einzelnen Märkte durchaus unterschiedlich in Europa.

Wir sprachen bisher vor allem über Privatkunden. Im Gewerbekundengeschäft haben Sie noch Aufholbedarf. Was haben Sie da geplant?

Wir haben derzeit ein starkes Augenmerk auf das gewerbliche Geschäft. Denn im Umfeld schwieriger wirtschaftlicher Zeiten sind es immer die Privatkäufer, die sich am ehesten zurückhalten. Bis die Gewerbekunden reagieren, dauert das ein bisschen länger. Wir glauben, dass wir inzwischen konkurrenzfähige Leasingraten anbieten können. Und wir werden natürlich auch als Marke stärker wahrgenommen als noch vor einigen Jahren. Wir müssen aber realistisch bleiben: In die großen Flotten zu kommen, ist sehr schwierig. Aber in mittleren und kleineren Flotten haben wir gute Chancen. Denn wir haben verbrauchsgünstige Autos und auch unsere siebenjährige Garantie spielt eine wichtige Rolle. Aber wir sind natürlich im Flottengeschäft noch deutlich unter dem Durchschnitt. Hier wollen wir aktiver werden.

(ID:39074710)

Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur Newsdesk Automotive