Kia: Veränderungen im Netz nehmen Form an

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Wehner

Die Händler der koreanischen Marke haben ihre Kündigungen und gegebenenfalls die neuen Verträge erhalten. Der Kia-Händlerverband informierte über die wesentlichen Punkte.

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Info-Tagung des Kia-Händlerverbands: Verbands-Präsident Dirk Riemann, Geschäftsführer Dietrich Asche und Rechtsanwalt Sven Köhnen (v.li.) informierten über die neuen Verträge und die Möglichkeiten für gekündigte Händler.
Info-Tagung des Kia-Händlerverbands: Verbands-Präsident Dirk Riemann, Geschäftsführer Dietrich Asche und Rechtsanwalt Sven Köhnen (v.li.) informierten über die neuen Verträge und die Möglichkeiten für gekündigte Händler.
(Foto: Wehner)

Die Umstrukturierung des Kia-Händlernetzes läuft. Die Händler der koreanischen Marke haben die Kündigungen und gegebenenfalls die neuen Verträge erhalten. Auf einer Informationsveranstaltung des Kia-Händlerverbands informierten sich am Dienstag in Köln 180 Partner der Marke.

Die Gespräche zu den neuen Verträgen seien im Großen und Ganzen sehr konstruktiv verlaufen, wenn es zwischendurch auch einmal Schwierigkeiten gegeben habe, sagte Händlerverbands-Präsident Dirk Riemann. Er appellierte an gekündigte Händler, die gerne mit Kia weiter zusammenarbeiten möchten, das Gespräch mit dem Importeur zu suchen, um eventuell eine Lösung zu finden.

Neue Vollfunktionsverträge

Während es bisher separate Vertriebs- und Serviceverträge gab, erhalten alle Vertriebspartner künftig Vollfunktionsverträge, die Vertrieb und Service umfassen. Kia will künftig mit allen Händlern direkt zusammenarbeiten, es wird also keine B-Händler mehr geben. Auch die standardmäßigen Voraussetzungen für Hauptstandort und Filialen eines Händlers werden künftig einheitlich sein. Das heißt, alle Händler müssen künftig an allen Standorten die Standards laut Vertrag erfüllen.

Daneben wird es zusätzlich Serviceverträge geben. Wer sich um einen Servicevertrag bewerben möchte, sollte Kia schnellstmöglich um die Zusendung der Standards und Bedingungen bitten, riet Verbands-Geschäftsführer Dietrich Asche den anwesenden Partnern.

Rechtsanwalt Sven Köhnen von der Kanzlei Graf von Westphalen & Partner wies die gekündigten Kia-Partner darauf hin, dass im Falle einer Kündigung des Vertriebsvertrags die vertraglichen Rechte und Pflichten bis zum 31. Mai 2013 gälten. Es sei also wichtig, sich weiterhin an die Standards zu halten.

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Thema: Ausgleichsanspruch

Mit der Kündigung können sich Ausgleichsansprüche ergeben. Dafür gebe es diverse Voraussetzungen, unter anderem die Übertragung der Kundendaten an den Hersteller. Generell komme es bei der Berechnung des Ausgleichsanspruchs auf den Rohertrag im letzten Vertragsjahr an. Dieses laufe bis zum 31. Mai 2013, sodass ein Händler hier noch großen Einfluss nehmen könne. Wichtig für den Händler sei es in diesem Zusammenhang, bei Nachlässen und mit der Inzahlungnahme von Gebrauchtwagen vorsichtig zu sein. Der Ausgleichsanspruch muss innerhalb eines Jahres nach Vertragsbeendigung angemeldet werden.

Zudem ist Kia zur Rücknahme von Vertragsware verpflichtet. Dazu gehören neben Neuwagen auch Vorführwagen und Tageszulassungen, aber auch Ersatzteile. Hierfür sollten gekündigte Vertragspartner innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung des Vertrags eine detaillierte Liste an den Importeur senden.

Schwierig sei die Situation, wenn Kia-Händler kurz vor der Vertragskündigung noch größere Investitionen getätigt hätten. Generell seien Investitionen unternehmerisches Risiko. Eine Aussicht auf eine Erstattung bestehe nur dann, wenn die Investition herstellerveranlasst, markenspezifisch und nicht innerhalb der Kündigungsfrist zu amortisieren sei.

Modifiziertes Schlichtungsverfahren

Eine wesentliche Neuerung gibt es beim Schlichtungsverfahren, wenn zwischen Importeur und Händler Meinungsverschiedenheiten beispielsweise über die Jahresverkaufsplanung bestehen. Hier versucht man künftig unter Hinzuziehungs eines Vertreters des Importeurs und des Händlerverbands eine Einigung zu erzielen. Bis dahin entstehen keine Kosten. Sollte eine Einigung nicht möglich sein, wird ein Obmann hinzugezogen. Dieser soll spätestens nach vier Wochen eine einvernehmliche Entscheidung herbeiführen. Die Kosten für den Obmann liegen bei maximal 1.000 Euro, die sich beide Parteien teilen. Der Händler muss also höchsten 500 Euro zahlen.

Bisher musste ein Hersteller jedem Partner, der die Servicestandards erfüllte, auch einen Vertrag geben. Nach aktueller deutscher Rechtsprechnung sei ein Anspruch auf einen Servicevertrag jedoch schwer durchzusetzen, so Rechtsanwalt Sven Köhnen von der Kanzlei Graf von Westphalen & Partner. Allerdings beschäftige sich derzeit auch der Europäische Gerichtshof mit dieser Thematik, so dass eine endgültige Einschätzung nicht möglich sei.

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