Onlinevertrieb Klare Mehrheit sieht Autoscout-Pläne skeptisch

Autor: Christoph Seyerlein

Autoscout 24 will nicht mehr länger nur Kleinanzeigen-Plattform für Autos sein. Künftig tritt das Unternehmen selbst als Wiederverkäufer von Händler-Fahrzeugen auf. In der Kfz-Branche stellt man überwiegend in Frage, ob sich das Modell für Händler lohnen kann.

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Autoscout 24 tritt künftig auch als Wiederverkäufer auf.
Autoscout 24 tritt künftig auch als Wiederverkäufer auf.
(Bild: Screenshot Autoscout24)

Vergangene Woche hat Autoscout 24 angekündigt, künftig auch als Wiederverkäufer von Händlerfahrzeugen auftreten zu wollen. Die Plattform behält pro Verkauf eine Provision ein, die im Durchschnitt im mittleren dreistelligen Euro-Bereich liegen soll. Außerdem: Ein Kontakt zwischen Händler und Käufer besteht dabei nicht.

Ist jenes Geschäft für Automobilhändler so überhaupt interessant? Daran gibt es in der Branche Zweifel. Bei Linkedin kommentierte ein Kfz-Unternehmer unter einem entsprechenden Beitrag von »kfz-betrieb« beispielsweise, dass Autoscout 24 sein Angebot nicht zu Ende gedacht habe. Lagerwagen dürften Vertragshändler beispielsweise nicht Wiederverkäufern anbieten.

Und im Gebrauchtwagengeschäft würden sich Händler auf dem Weg selbst schaden, da sie so beispielsweise keine Finanzdienstleistungen zusätzlich anbieten könnten. Außerdem kritisierte er, dass der Kundenkontakt verloren ginge.

Umfrage: Drei Viertel lehnen das Angebot ab

Auch eine nicht repräsentative 24-Stunden-Umfrage von »kfz-betrieb« bei Instagram zeigte, dass eine klare Mehrheit die Autoscout-Pläne skeptisch sieht. Von insgesamt 1.702 Umfrageteilnehmern bewerteten mehr als drei Viertel (76 %) die Initiative der Plattform negativ. Dagegen sagten lediglich 24 Prozent, dass sie das Angebot gut finden.

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Fachredakteur Next Mobility