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Klares Votum für die Hardware-Nachrüstung

| Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Kritik aus den eigenen Reihen: Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley hat seine Kollegen in der niedersächsischen Regierung aufgefordert, den Weg für die Hardwarenachrüstung älterer Diesel frei zu machen. Die Hersteller müssten Verantwortung übernehmen.

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Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen.
Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen.
(Bild: Zietz)

Im VW-Land Niedersachsen wird der Ruf nach Umrüstung älterer Dieselfahrzeuge lauter. „Es kann nicht sein, dass die Politik die Autoindustrie schützt!“, sagte Präsident Karl-Heinz Bley bei der Mitgliederversammlung des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen. Bley, der selbst für die CDU im Landtag sitzt, forderte die Landesregierung zum Handeln auf.

„Auch wenn das Land Niedersachsen mit 20 Prozent Anteilseigner an Volkswagen ist, darf der Hersteller nicht aus der Verantwortung genommen werden“, stellte Bley klar. Die Kosten der Umrüstungen habe einzig und allein die Herstellerseite zu tragen. Weder Autohäuser noch Endverbraucher dürften zur Kasse gebeten werden.

Bley sprach direkt seine Kollegen aus der Landesregierung an, die sich aus einer Koalition von CDU und SPD zusammensetzt. Er forderte Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auf, ihren Widerstand gegen Hardwarenachrüstungen aufzugeben. Beide Politiker sitzen Kraft ihres Amtes auch im Aufsichtsrat des VW-Konzerns.

Auszeichnung mit der silbernen Ehrennadel des LV Niedersachsen-Bremen: (v.li.) Präsident Karl- Heinz Bley, die beiden Geehrten Gerhard Wiebusch und Walter Horstmann sowie Geschäftsführer Christian Metje.
Auszeichnung mit der silbernen Ehrennadel des LV Niedersachsen-Bremen: (v.li.) Präsident Karl- Heinz Bley, die beiden Geehrten Gerhard Wiebusch und Walter Horstmann sowie Geschäftsführer Christian Metje.
(Bild: Zietz)

Erst kürzlich hatte Weil erklärt, sowohl ohne Fahrverbote als auch ohne Hardwarenachrüstung, die aus Kostengründen nicht in Betracht käme, auskommen zu wollen. Stattdessen setzt sich der Ministerpräsident für das Softwareupdate der Motorsteuerung ein. Am gleichen Tag waren Pläne der Landeshauptstadt Hannover öffentlich geworden, wonach über Fahrverbote in zwei Straßen nachgedacht werde, um der Schadstoffbelastung in der Luft zu begegnen. Im Flächenland Niedersachsen sind viele Verbraucher auf ein Auto angewiesen, um zur Arbeit zu kommen.

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