Klasse Leistung der Kfz-Nachwuchskräfte

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Für den Erfolg des Kfz-Gewerbes sind die Nachwuchskräfte entscheidend. Mit Bravour haben Junggesellen in den vergangenen Wochen ihre Prüfungen gemeistert.

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In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Junggesellen ihre Prüfung erfolgreich abgelegt - Gratulation.
In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Junggesellen ihre Prüfung erfolgreich abgelegt - Gratulation.
(Foto: Kfz-Verband Saarland)

Geschafft. Viele Junggesellen haben in den vergangenen Wochen nach der bestandenen Abschlussprüfung tief durchgeatmet. Ihre Leistungen ehrten die Kfz-Innungen mit großen Freisprechungen: Von München, der größten Kfz-Innung, bis Flensburg im Norden und von Köln bis Süd-Thüringen zeigten die Nachwuchskräfte ihr Können.

Im Rahmen eines großen Festakts im Internationalen Congress Center München hat Hans Medele, Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern, rund 460 Gesellen freigesprochen. Mit dem erfolgreichen Berufsabschluss als Kfz-Mechatroniker oder als Automobilkaufmann haben sich die jungen Leute eine gute Grundlage für die weitere berufliche Karriere geschaffen.

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Klaus Dieter Breitschwert, Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern, ließ in seinem Grußwort keinen Zweifel über die großartigen Zukunftsaussichten engagierter junger Berufsanfänger im Kfz-Gewerbe. Die Leistungen der Nachwuchskräfte waren gut, einige sogar sehr gut. Für die Traumnote Eins erhielten Lukas Wildgruber, Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Fahrzeugkommunikationstechnik, und sein Ausbildungsbetrieb, die BMW AG Niederlassung München, Urkunden von Obermeister Hans Medele.

Erfolgreichster Absolvent des Ausbildungsprojekts „Abi & Auto“, bei dem die Gesellenprüfung zum Kfz-Mechatroniker bereits nach 2,5 Jahren erfolgte, war Herr Josef Stegmair vom Autohaus Stegmair in Friedberg. Auch er hat die Prüfung mit „Sehr gut“ gemeistert und eine Auszeichnung dafür erhalten.

Ausgezeichnete Leistungen in Bayern

308 Kfz-Mechatroniker, darunter sieben junge Frauen, sowie sieben Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik und sieben Karosserie- und Fahrzeugmechaniker haben bei der Kfz-Innung Schwaben die Prüfungen bestanden. Glückwünsche an die erfolgreichen Teilnehmer richtete Obermeister Günther Haller, der sich bei den Lehrern der Berufsschulen und Ausbildern der Betriebe und Kfz- Innung für deren Einsatz herzlich bedankte.

Aus dem Feld der tollen Leistungen stachen zwei hervor: Innungssieger des Ausbildungsberufes „Kfz-Mechatroniker“ wurde Stefan Aich von Auto König aus Nördlingen. Im Ausbildungsberuf „Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik“ erbrachte Thomas Leonhardt vom Autohaus Heuberger aus Füssen die beste Leistung. Beide Innungssieger haben ihre Prüfung mit der Note „gut“ abgeschlossen und durften sich jeweils über einen Fortbildungsgutschein in Höhe von 300 Euro freuen. Insgesamt kamen rund 450 Gäste zur Feier der Kfz-Innung Schwaben.

Freisprechungen in Franken

Auch in Franken gab es zahlreiche Freisprechungen. Stolz ist Andreas Tröger, Obermeister der Kfz-Innung Oberfranken, auf die Leistungen der jungen Menschen. „Die Prüfung ist kein Spaziergang, die macht man nicht einfach nebenbei.“ Insgesamt wurden bei der Kfz-Innung 155 Azubis freigesprochen. Mit tollen Leistungen: Als Bestnote wurde in der Abschlussprüfung die Note 1,9 erreicht.

Ähnlich gut lief es im benachbarten Mittelfranken. „Danke für das Vertrauen. Sie haben ihre Kinder im Alter von 15 und 16 Jahren zu uns gegeben. Wir geben sie heute mit einem Abschluss wieder zurück“, sagte Obermeister Karl-Heinz Breitschwert im Rahmen der Freisprechung der Kfz-Innung Mittelfranken. Das Vertrauen hat sich gelohnt: Im Rahmen einer Feierstunde der Kfz-Innung wurde 330 Nachwuchskräfte, davon sechs junge Frauen, freigesprochen.

Aus Sicht des Obermeisters haben sich die jungen Menschen ein Privileg erworben, denn sie kümmern sich um „des Deutschen liebstes Kind“. „Es ist nicht nur Beförderungsmittel, sondern ein Statussymbol, für das sie jetzt verantwortlich sind“, so Breitschwert. Entsprechend gelte es, den Kunden an die Hand zu nehmen und dafür zu sorgen, das er nach der Reparatur lachend ins Auto steigt.

In Unterfranken konnte Marcus Eisner, stellvertretender Obermeister, 237 Schützlinge freisprechen. Es sei ein sehr guter Jahrgang gewesen, so Eisner. Dies zeigt sich auch an der Erfolgsquote von 98 Prozent. 40 Teilnehmer erhielten die Note „gut“.

Mit Weiterbildung auf die Überholspur

Herbert van Venrooy, Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, empfahl den Nachwuchskräften, mit ihrem Fachwissen auf der Höhe der Zeit zu bleiben: „Es gibt zahlreiche berufliche Aufstiegschancen im Kfz-Gewerbe.“ Nutzen sie die Möglichkeiten zur Weiterbildung, um auf der Überholspur zu bleiben.

Für die zehn Besten der Gesellenprüfung Teil 2 im Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker veranstaltete die Kfz-Innung Köln gemeinsam mit den Betriebsinhabern, Ausbildern und den Mitgliedern des Gesellenprüfungsausschusses ein Abendessen in einem angesagten Kölner Restaurant. Von den insgesamt 102 Prüflingen haben 87 bestanden.

204 erfolgreiche Absolventen – das ist die Bilanz der Gesellenprüfungen für Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer und Zweiradmechaniker beim Kfz-Verband Saarland. 400 Gäste feierten die stolzen „Junggesellen“ im festlichen Rahmen der Saarbrücker Congresshalle.

Kfz-Betriebe übernehmen Verantwortung

Neben der traditionellen Ehrung der Prüfungsbesten, deren Leistungen durch einen von der Nürnberger Versicherung gesponserten Einkaufsgutschein von Amazon honoriert wurden, konnte die erste Kfz-Meisterin des Saarlands, Kfz-Innungsvorstandsmitglied Karin Geimer, mit Sabrina Harion, Lisa-Christina Jandt, Manuela Riehm, Salina Schütz und Marina Prüm immerhin fünf jungen Damen zur bestandenen Prüfung gratulieren.

„Unsere Betriebe übernehmen mit ihrem Engagement eine ganz besondere Verantwortung“, sagte Günther Görrissen, Obermeister der Kfz-Innung Flensburg Stadt und Land, im Rahmen der feierlichen Freisprechung. Dies gelte für alle Kfz-Meisterbetriebe, die sich der Ausbildung verpflichtet fühlen. An die 49 Junggesellen, die die Abschlussprüfungen der Flensburger Kfz-Innung bestanden haben, richtete er den Appell, stets am Ball zu bleiben, sich weiterzubilden und erlerntes Wissen an nachrückende Generationen weiterzugeben: „Die Anforderungen in unserem Beruf werden weiter wachsen, und wir benötigen Sie als gut ausgebildete Spezialisten“.

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Mit der Gesellenfreisprechung endete für zwölf Kfz-Mechatroniker in Melsungen die Ausbildung. In einer Feierstunde lobte Obermeister Rudi Hupfeld das Engagement der jungen Mechatroniker, der Ausbildungsbetriebe und der Berufsschule. Neben der persönlichen Leistung sei auch das Lernumfeld entscheidend für eine erfolgreiche Ausbildung.

Wandel bei der Kfz-Innung Mittelrhein

Im Rahmen der Freisprechung der Kfz-Innung Südthüringen erhielten 51 Gesellen ihren Brief. Helmut Adamy, Präsident der Handwerkskammer Südthüringen, hielt die Festansprache, und lobte die Leistung der Nachwuchskräfte. Andreas Meinfelder vom Autohaus Bodemann in Schmalkalden erhielt für seine herausragenden Leistungen das Gesamtprädikat „sehr gut“.

Bereit zum Durchstarten sind auch die 109 Nachwuchskräfte, die die Kfz-Innung Mittelrhein im Rahmen einer Feier freigesprochen hat. Eine beruflich sichere Zukunft dürfte ihnen gewiss sein, so Innungsobermeister Mark Scherhag: „Sie werden nie bereuen, diese Ausbildung gemacht zu haben.“ Ein Großteil der Neu-Gesellen wird gleich vom Ausbildungsbetrieb übernommen. Sehr gute Chancen auf einen Arbeitsplatz haben auch die übrigen.

In den vergangenen Jahren hat sich aus Sicht der der Kfz-Innung ein Wandel vollzogen. Denn von den Prüfungsteilnehmern müssen lediglich sieben Jugendliche nochmals ran. Vielleicht trägt dazu das sogenannte „Koblenzer Modell“ bei. Seit 2008 veranstaltet die Kfz-Innung Mittelrhein die Gesellenprüfung direkt in den Werkstätten von Mitgliedsbetrieben, und dies an einem einzigen Tag. Die Prüflinge arbeiten an Kundenfahrzeugen.

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