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Kleine Betriebe sind für Nachwuchskräfte interessant

| Autor / Redakteur: Holger Zietz / Andreas Grimm

Akademisierung und demografische Entwicklung senken die Bewerberzahlen im Handwerk. Damit müssen sich Betriebe nicht abfinden. Wie sie dem Trend entgegenwirken können, erfuhren sie auf der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Niederrhein.

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Ein Beispiel, wie man über lange Zeit erfolgreich bleibt: (v. li.) Halil und Ismail Cankaya, erhalten die Ehrenurkunde „für meisterlisches Schaffen“ zum 25-jährigen Bestehen ihres Betriebs von Obermeister René Gravendyk.
Ein Beispiel, wie man über lange Zeit erfolgreich bleibt: (v. li.) Halil und Ismail Cankaya, erhalten die Ehrenurkunde „für meisterlisches Schaffen“ zum 25-jährigen Bestehen ihres Betriebs von Obermeister René Gravendyk.
(Bild: Zietz)

Weniger Bewerber, schlechtere Qualität der Bewerbungen – damit müssen viele Autohäuser und Werkstätten vor allem in ländlichen Gebieten kämpfen. Wie Kfz-Betriebe diesem Trend entgegenwirken können, war ein Schwerpunkt der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Niederrhein in Goch.

Das Unternehmen selbst ist eine Marke und muss sich auch als eigene Marke in der Öffentlichkeit präsentieren. Aber Marken gewinnen ihren Wert erst dadurch, dass andere Menschen gut über sie denken. „Gleich wie für Produkte und Dienstleistungen muss auch für Unternehmen geworben werden“, rät Constanze Drescher von der „Jobsuche Niederrhein“. Um auf das Unternehmen aufmerksam zu machen, braucht es nicht immer gleich eine eigene PR-Abteilung. Es geht auch einfacher.

Der erste Weg führt ins Internet. Denn hier beginnen die Bewerber häufig ihre Jobsuche und schauen sich nach Stellenangeboten um. Zudem informieren sie sich über einen möglichen Arbeitgeber vorab im Netz. Entsprechend ist eine Firmen-Homepage absolut notwendig und wird schnell zur Visitenkarte. Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen sollten benannt werden. Drescher empfiehlt, auf der Website die Mitarbeiter des Unternehmens zu präsentieren. Finde ein Interessent keine Menschen aus dem Betrieb, falle seine Wahrnehmung negativer aus.

Zudem empfiehlt die Expertin, die Stärken des Unternehmens auf der Website herauszustellen. So könnten gerade kleinere Betriebe mit einer hohen Flexibilität und flachen Hierarchien werben. „Das sind zwei Aspekte, die heutige Schulabgängern sehr schätzen“, betont Drescher. Die Behäbigkeit großer Unternehmen schrecke viele jüngere Menschen eher ab. Sie seien durchaus bereit, Eigenverantwortung zu übernehmen.

Allerdings warnt Drescher davor, zu glauben, dass Mitarbeiter heute „ein Leben lang“ in einem Unternehmen bleiben. „Das ist für die nachwachsenden Jahrgänge keine Option mehr“, so Drescher. Viele seien bereit, „schon mal schneller zu wechseln“. Auch dies gelte es für die Unternehmensführung zu berücksichtigen. Drescher empfiehlt, ein Unternehmen wertorientiert zu führen und als sympathische Marke zu präsentieren.

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