Ausblick 2022 Kleine Chips, große Wirkung

Von Julia Mauritz

Die Auftragsbücher sind so voll wie seit Jahren nicht mehr, und dennoch sind die Aussichten der Branchenexperten recht trüb – schließlich gilt es es erst einmal, die Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.

Aktuell deute sich an, dass die Chipkrise 2022 die Hersteller noch flächendeckender treffen werde, befürchtet Peter Fuß, Senior Advisory Partner Automotive bei EY.
Aktuell deute sich an, dass die Chipkrise 2022 die Hersteller noch flächendeckender treffen werde, befürchtet Peter Fuß, Senior Advisory Partner Automotive bei EY.
(Bild: ©kaptn - stock.adobe.com)

Dass 2021 das schwächste Automobiljahr in Deutschland seit der Wiedervereinigung sein würde, damit hatte wirklich niemand gerechnet: 3,1 Millionen Neuzulassungen hatten die Automobilverbände und Analysten unisono für das Jahr prognostiziert. Tatsächlich sind es gerade einmal 2,6 Millionen Einheiten geworden. Zu den Corona-bedingt brüchigen Lieferketten hatten sich ein noch nie da gewesener Chipmangel und explodierende Rohstoffpreise gesellt.

Die Händlerhöfe sind aktuell im wahrsten Sinne des Wortes leergefegt. Manche Autohäuser sind bereits dazu übergegangen, ihren Showroom mit Gebrauchtwagen zu bestücken, die jedoch ebenfalls Mangelware sind. Die Kunden zu vertrösten und bei der Stange zu halten: Das ist mittlerweile eine der Hauptaufgaben der Automobilverkäufer. Sofern sie denn überhaupt einen realistischen Liefertermin nennen können, müssen sie ihnen verklickern, dass sie sich ein Jahr gedulden müssen – wie es aktuell beispielsweise beim ID3 von VW der Fall ist.