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Knapp die Hälfte der Deutschen ist für eine Autokaufprämie

Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Die Bundesbürger sind beim Thema Kaufprämie gespaltener Meinung. Das zeigte nun eine repräsentative Umfrage. Auch in der Politik ist man sich uneinig, während die Autoindustrie immer lauter nach einer Förderung ruft. Ein „Autogipfel“ soll deshalb kommende Woche für mehr Klarheit sogen.

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Kommt erneut eine Autokaufprämie? Eine Antwort auf diese Frage könnte es beim „Autogipfel“ am 5. Mai geben.
Kommt erneut eine Autokaufprämie? Eine Antwort auf diese Frage könnte es beim „Autogipfel“ am 5. Mai geben.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die Autoindustrie und verschiedene Politiker fordern Prämien für Autokäufer, um die Nachfrage anzukurbeln. Die Bundesbürger reagieren aber gespalten, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Verkaufsplattform Mobile.de zeigt.

47 Prozent der Befragten würden eine Prämie befürworten – zur Förderung von umweltfreundlichen Autos oder auch, um persönlich zu sparen. Dagegen sagen 38 Prozent, dafür sollten keine Steuergelder ausgegeben werden.

38 Prozent wollen Kaufprämie für Gebrauchte

Laut Umfrage planen derzeit 14 Prozent der Deutschen, ein Auto zu kaufen. Weitere 7 Prozent wollten eigentlich ein Auto kaufen, haben ihre Pläne wegen der Corona-Krise jetzt aber erst einmal ad acta gelegt. Um einen Anreiz zum Kauf eines Neuwagens zu bieten, müsste eine Prämie bei mindestens 5.000 Euro liegen, sagten 37 Prozent der Befragten.

Die von der Coronavirus-Krise stark gebeutelte Autoindustrie hofft jedenfalls auf Hilfe vom Staat. So schrieb VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh am Mittwoch in einem Brief an die Mitarbeiter, man werde sich dafür starkmachen, „dass die Politik Geld für diesen Impulsstoß bereitstellt“. Und Daimler-Vorstandschef Ola Källenius warb dafür, mittels Kaufprämie vor allem für Zuversicht zu sorgen - und es deshalb nicht allzu kompliziert zu machen.

„Autogipfel am 5. Mai“

Viele Landes- und Bundespolitiker haben sich dafür ausgesprochen, der Autobranche als Schlüsselindustrie den nötigen Anschub für den Weg aus der Krise zu geben. Heftig umstritten ist allerdings, ob es Geld auch für Autos mit Diesel- oder Benzinmotor geben soll oder nur für Elektroantriebe. Ein ursprünglich für Mittwochnachmittag angesetztes Gespräch der Ministerpräsidenten der „Autoländer“ Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg zum Thema Kaufprämien wurde kurzfristig verschoben. Am kommenden Dienstag (5. Mai) will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem „Autogipfel“ über Anschubhilfen für die Autoindustrie nach dem Vorbild der Abwrackprämie 2009 beraten.

„Wir wissen, dass wir damit nach Steuermitteln rufen“, schrieb VW-Mann Osterloh an seine Kollegen. „Aber wir wissen auch, dass sich dieses Geld für unsere gesamte Gesellschaft klug anlegen ließe und sich so gleich mehrfach rechnen könnte - nämlich ökonomisch, ökologisch und sozial.“

VW-Konzernchef Herbert Diess hatte „baldige kraftvolle Maßnahmen“ gefordert. Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD), selbst Aufsichtsrat bei Volkswagen, hatte am Montag zum Wiederanlauf des VW-Stammwerks Wolfsburg angekündigt, ein Prämienmodell zu prüfen: „Uns ist bewusst, dass wir eine schnelle Entscheidung brauchen.“

Auch sein bayerischer Amtskollege Markus Söder (CSU) hat sich schon für zusätzliche Kaufanreize ausgesprochen. „Ich bin für eine sehr umfassende Strategie, wie wir der Automobilindustrie helfen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

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