Vertriebs Award 2021 Koch-Gruppe stellt Eigenmarke in den Mittelpunkt

Autor: Julia Mauritz

Die Berliner Mehrmarkenautohausgruppe hat sich unabhängiger gemacht von den Volumenboni der Hersteller und als Krönung ein markenneutrales Erlebnis-Autohaus gebaut. Mit ihrem außergewöhnlichen Standortkonzept siegt sie in der Kategorie „Händlermarkenkonzept“.

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Die Berliner Koch-Gruppe hat mitten in der Corona-Pandemie ein neues Standortkonzept realisiert.
Die Berliner Koch-Gruppe hat mitten in der Corona-Pandemie ein neues Standortkonzept realisiert.
(Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

Es ist zweifellos der Traum zahlreicher markengebundener Autohäuser: Ein weißes Papier zu nehmen und darauf sein ideales Autohaus skizzieren – ganz ohne auf die CI-Vorgaben eines Automobilherstellers achten zu müssen und ohne Denkverbote. Thomas Koch, Vorstandsvorsitzender der Berliner Koch-Gruppe, und seine Tochter Jenny Koch, die ebenfalls Vorstandsmitglied ist, haben vor ein paar Jahren genau das getan. Als sie ihre Vorstellungen dem Architekten Jürgen Papadopoulos präsentierten, bemerkte dieser schmunzelnd: „Ihr möchtet eine Kirche bauen.“

Tatsächlich erinnert der markenneutrale Koch-Store in Berlin Biesdorf mit seinem Turm, der zu einer einladenden Dachterrasse führt, an eine moderne Kirche – vor allem dann, wenn es um dessen Funktion geht. Denn das Autohaus, das auf einem gut 10.000 Quadratmeter großen Gelände entstanden ist, versteht sich als multifunktionale Begegnungsstätte und nicht als Präsentations- und Verkaufsfläche für Automobile.

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So ist die zentrale Anlaufstelle für die Kunden nicht etwa ein steifer Tresen am Eingang, sondern ein gemütliches Café mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten. Hier können die Besucher entspannen, arbeiten oder sich mit einem Verkäufer unterhalten. Letztere haben keine festen Büros mehr, sondern bewegen sich frei im Autohaus.

Um den eigentlichen Clou des Koch-Stores machen Thomas und Jenny Koch ein großes Geheimnis: Sie haben sich für die letzten Schritt im Verkaufsprozess ein Konzept ausgedacht, das es so wahrscheinlich nirgendwo anders gibt. Nur so viel sei verraten: Ihre Unterschrift unter dem Kaufvertrag können die Kunden an einem Ort leisten, an dem sie sich besonders wohlfühlen. Fußballfans oder Rennsportbegeisterte kommen dabei genauso auf ihre Kosten wie Menschen, die Wert auf Exklusivität legen oder sich auf dem heimischen Sofa am wohlsten fühlen. Zudem können die Kunden entscheiden, ob sie den Kaufprozess lieber digital oder analog durchführen wollen – beides ist möglich.

1.000 Bestandsfahrzeuge im Angebot

Die Marke, für die sich die Kunden entscheiden, ist dabei zweitrangig: Sie haben im Koch-Store die Wahl zwischen rund 1.000 Bestandsfahrzeugen der Berliner Autohausgruppe. Folglich setzt der Koch-Store auch nicht auf eine riesige Ausstellungsfläche. Im Showroom selbst steht gerade einmal eine gute Handvoll attraktiver Modelle aus dem breiten Portfolio des Familienunternehmens, das die Marken Volvo, Mazda, Skoda, Seat, Cupra und LEVC vertreibt. Dazu gesellen sich einige weitere ausgewählte Fahrzeuge, die unter einer überdachten Fläche stehen. Diese bildet gewissermaßen die Brücke zwischen dem Koch-Store und dem angrenzenden, ebenfalls neu errichteten Volvo-Autohaus. Und schließlich ist der Koch-Store mit moderner Veranstaltungstechnik ausgerüstet und soll künftig bei Bedarf als Eventlocation dienen.

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Der Koch-Store ist schon für sich betrachtet etwas ganz Besonders – mit seinem Ansatz, konsequent den Kunden und die Händlermarke in den Mittelpunkt zu stellen. Er ist aber nicht als Einzelprojekt zu sehen, sondern als Sahnehäubchen eines ganzheitlichen Standortkonzepts.

Kurz nach der Wende gegründet, hatte Thomas Koch sein Unternehmen konsequent auf Expansion getrimmt. Im Laufe der Jahre hatte er in Berlin und Brandenburg in separaten Gesellschaften immer mehr Marken vertrieben und neue Standorte eröffnet – eine Wachstumsspirale, die der Unternehmer schon länger kritisch beäugte.

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Über den Autor

 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Stv. Ressortleiterin